Miss Yarvis in der Medienwelt


JK Rowling liegt falsch, oder: Wie man seine Leserschaft vergrault
Juni 27, 2007, 16:34
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Zugegeben, ich bin ein Fan Harry Potter und zwar ein ziemlich obsessiver. Ich beschäftige mich so intensiv mit dem Thema, dass ich nicht nur angeben kann, bloß Fan zu sein, sondern – auf englischsprachigen Internetseiten, die sich mit der Geschichte des jungen Zauberers beschäftigen, fast eine „Gretchenfrage“ – ich bin noch dazu ein Harmony-Shipper. Das bedeutet, dass ich glaube, Harry findet die romantische Glückseligekeit in den Armen seiner besten Freundin Hermione Granger (zu deutsch natürlich Hermine, aber da ich die englische Ausgabe der Bücher besitze, ist und bleibt es hier der Zungenbrecher-Shakespease-Mädchenname Hermione). Als Gegensatz dazu gibt es natürlich noch Ron&Hermione-Shipper, kurz Herons. Eine dritte, kleinere Gruppe möchte, dass der Held und Ginny Weasley (erneut) ein Paar werden.

Als Harmony-Shipper bin ich gewissermaßen ein Loser – in einem ihrer jüngsten Interviews hat die Autorin Joanne K. Rowling nämlich klargestellt: „Yes, we do now know that it’s Ron and Hermione. I do feel that I have dropped heavy hints. ANVIL-sized, actually, hints, prior to this point. I certainly think even if subtle clues hadn’t been picked up by the end of Azkaban, that by the time we hit Krum in Goblet…“

Also, jeder der dafür ist, dass die beiden Streithähne (oder -hahn und -henne) als glückliches Paar enden, hat sozusagen „gewonnen“ und alle, die eine Zukunft für Harry und Hermione sehen, verloren. So weit die Logik einiger eingschlägiger Fanseiten, unter anderem die Sicht der Betreiber jener zwei Seiten, die mit Rowling oben zitiertes Interview durchführen durften, „Mugglenet“ und „Leaky Cauldron“.

Nur fehlt den Heron-Shippern (kurz für Hermione&Ron) ein wichtiges Detail für den Sieg: Der letzte, entscheidende Band ist noch nicht veröffentlicht und so lange das nicht passiert ist, lässt sich über alles und jedes – von Dumbledore über Snape bis zum Liebesleben – debattieren.

Bis zum 21. Juli 2007 herrscht also Krieg im Online-Harry Potter- Universum. Mitunter hat diesen Krieg die Autorin selbst angestachelt, zumindest hat sie für ein paar unschöne Wortbeiträge gesorgt. Nicht nur hat sie in ihrem Interview scheinbar das „final pairing“ offenbart (jeder Verleger müsste ihr davon eigentlich abgeraten haben), nein, sie hat Harry-Hermione-Fans auch noch beschimpft – als „delusional“, also als „wahnhaft“. Auch findet JKR auch, dass wir „militant“ und mitunter beängstigend sind. Ich finde diese Aussagen verdammt respeklos. Aber trotz allem sind auch diese Fans „wertvolle Mitglieder meiner Leserschaft“, meint sie. Soll heißen: Kauft das nächste Buch und geht ins Kino – Rowling will noch reicher werden.

Eine kleine Überraschung, die der Autorin vermutlich nicht gefallen wird: Der amerikanische Verlag der Bücher Scholastic hat eine Online-Abstimmung zu Frage „Who will wind up with whom?“ abgehalten – Das offizielle Ergebnis: 56 Prozent der Leser glauben, dass Harry und Hermione ein Paar werden, 20 Prozent gehen davon aus, dass Hermione und Ron eine Beziehung anfangen und 19 Prozent hoffen auf Harry und Ginny.

Zumindest in dieser Abstimmung gehöre ich zu den Siegern.



Der verdammte erste Blog
Juni 19, 2007, 11:39
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Der Plan: Man müsste mit einer Rakete starten, ein richtig klasser Artikel, ein Feuerwerk an Gags und Pointen, dazwischen aber echte Gefühle, eine emotionale Achterbahnfahrt für die Leser…

Und die Realität? Ich sitze vor dem Computer, warte, dass mein Kaffee fertig ist, der Gedanke, dass ich heute noch arbeiten muss, frustriert mich (Abenddienst bis 11 Uhr) und zu allem Überfluss ist es furchtbar heiß. Also keine Rakete. Lieber eine kalte Dusche.

Fangen wir also von vorne an, bei der Intention, beim Drang sich auszudrücken, beim Wunsch, gehört oder besser gelesen zu werden. Bei all dem geht es vermutlich nur um eins: Um Legitimation. Denn ich bin mediengeil. Stunden, Tage, Wochen verbringe ich vorm Computer und vorm Fernseher. Um ehrlich zu sein, ich würde einen guten Film wohl einem Abend mit meinen Freunden vorziehen (Tut mir ehrlich leid, L., B., A., P., M . und alle anderen).

Ich bin verrückt: Fiktion ist mir lieber als Realität. Und jetzt bin ich auf der Suche, nach jemanden, der mich versteht (außer die oben genannten, Danke) oder gar jemanden, der von mir profitieren kann. Denn von all meinen zahlreichen Talenten (Ironie, Leute!) sticht eines besonders hervor: Ich kann fernsehen. Das kann jeder? Weit gefehlt. Es gib nur wenige wahre TV-Profis, und ich gehöre dazu. Ich spucke große Töne? Tja, ich werd’s beweisen!