Miss Yarvis in der Medienwelt


OC California – Die längste Nacht
September 29, 2007, 17:41
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Nach dem Erdbeben endlich einmal ein guter Radiohead-Song. So gelobe ich mir die letzte Staffel der Tennie-Serie.

Über OC California will ich mich hier nicht lange auslassen. Da wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber die Musikauswahl ist immer klasse. Wo andere Serien oft zu sehr auf Schnulzen setzen, nimmt OC vielleicht zu „datierte“ Musik – mit Ablaufdatum – aber durchwegs gute. Gerade im Rahmen dieser Serie und mit einem Charakter wie Seth Cohen wirkt das nicht aufgesetzt, sondern passt.

Nach dem Tod von Marissa (Mischa Barton ist ausgestiegen) schau ich die Serie ja mit viel weniger Hingabe an als zuvor. (heißt nicht, das ich nicht um ihre Schwächen weiß). Gerade heute hat mich die Musik wieder mal sehr überzeugt. Die Stimmung, die man mit einem Radiohead-Song erreicht, ist einzigartig düster und fragil… Für mich ja der optimale Soundtrack zu den Harry Potter-Büchern. Als ich „Goblet of Fire las“, habe ich dazu nur „Kid A“ gehört. Fantastisch.

Auch „Amnesiac“ finde ich gut, aber beide Alben haben ziemlich anstrengende Passagen.

Also, die heutigen Favoriten:

- Radiohead „Like Spinnig Plates“ – hat übrigens einen eigenen Wikipedia-Eintrag.

- Bloc Party „Kreuzberg“ – weil es mein Lieblingsbezirk in Berlin ist, eine tolle Nummer und es sich auszahlt, Bloc Party aus dem hippen Alternative-Eck zu holen und sich Mode-unabhängig anzuhören. Das gilt übrigens auch für das hippe Berlin.

Im Rahmen von OC California war es trotzdem witzig, die Lyrics zu hören: „… Saturday night, in East Berlin, We took the U-Bahn to the east side gallery…“



Dr. House – Konsequenzen
September 28, 2007, 18:14
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Endlich wieder Dr. House. Die letzte Folge fiel ja wegen Fußball aus und nächste Woche sendet der ORF auch keine – vermutlich ebenfalls wegen Fußball. Das Beste ist aber, dass der ORF nicht wartet, sondern eine Folge einfach auslässt – nämlich „Sandkastenspiele“. ARGH!!! Es ist wohl an der Zeit, sich Kabel-Fernsehen zuzulegen…

Zurück zu meinem momentanen Lieblings-Fernseh-Griesgram. Der Original-Titel der Staffel ist ja um einiges vielsagender als das deutsche „Konsequenzen“. Er lautet nämlich „Fools for Love“. Tja, House und sein Team bearbeiten wie üblich einen mysteriösen Fall und der smarte Doktor weiß wie üblich die Antwort. Aber erst, als es fast zu spät scheint. Vielsagender sind da die Nebenhandlungen: House bezichtigt seinen besten Freund Wilson eine Affäre mit einer Schwester zu haben und macht sich regelrecht zum „Fool“, indem er ihre Sachen durchsucht. Er ist eben auch sein einziger Freund, auch wenn man wohl Angst haben muss, von House geliebt zu werden – man denke da an Staffel zwei, einen Topf voll warmem Wasser und einen angesägten Stock…

Und Cuddy hat endlich einen Schwangerschaftstest gemacht. Negativ. Ob House unterbewusst den Wunsch verspürt, mit ihr ein Kind zu zeugen? Ich bin ein großer Fan der beiden – House&Cuddy forever! Oder House&Wilson!

Unmittelbar nichts mit „love“ zu tun hat der andere Handlungsstrang: Einem widerlichen Patienten steckt House ein Thermometer in den Hintern und „vergisst“ ihn dann im Untersuchugnszimmer. Klar, das gibt einen Konflikt. Vor allem, da House nicht wusste, dass der Typ ein Polizist ist (netter Seitenhieb auf die amerikanische Exekutive, übrigens) und House dann am Schluss wegen Fahrens unter Einfluss von Drogen festgenommen wird. Jetzt wird sich unser lieber Onkel Doktor wohl seiner Sucht nach Schmerzmitteln stellen müssen.

Der Beginn mit diesem A-Patienten hat mich wieder daran erinnert, warum ich Gregory House mag: Er spricht Dinge aus und geht mit Menschen um, wie wir es uns nie trauen würden – überschreitet die Grenze. Ehrlich und grausam zugleich. Lustvolle Wunscherfüllung für den Zuseher, die das im alltag nie „dürfen“.

Im Bezug auf die fehlende Entwicklung der drei Helfer-Charaktere habe ich Recht: House ist eine Art medizinischer Sherlock Holmes. Und Dr. Watson entwickelt ja im Laufe der Reihe bekanntlich auch keine nennenswerte Spürnase.

Ein kurzer Rückblick zur ersten Folge der ersten Staffel Dr. House: Was passiert eigentlich mit dem Bandwurm im Hirn der ersten Patientin, dieser Volksschullehrerin? House sagte, sie könnten ihn nicht rausoperieren, denn das wäre zu gefährlich und würde die Patientin vermutlich töten. Und dann geben sie ihr Tabletten, das Ding stirbt ab und was? Es wandert von selber raus? Durch die Nase oder durchs Ohr vielleicht? Die Lösungen sind ja nicht das stärkste bei House. Oder kann mir jemand diese Auflösung stichhaltig erklären?Ach ja, noch was Lustiges am Rande: Patrick Dempsey hat sich laut People Magazine um die Rolle de Chase beworben…

Und der Song am Ende? „Walter Reed“ von Michael Pen. Argh, ich hasse es, die letzte Folge „Sandkastenspiele“ (Lines in the Sand) nicht gesehen zu haben. Denn da kommt ein Song von Ben Harper vor, den ich sehr mag.



Grey’s Anatomy: Verschwunden
September 25, 2007, 16:53
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Diese Folge macht besonders eines deutlich: Meredith Grey ist offenbar keine gute Schwimmerin.

Heute hatte ich wieder mal Frühdienst (man kann es nicht oft genug betonen: Um fünf Uhr morgens aufstehen und um sechs in der Arbeit sein zu müssen, ist furchtbar, furchtbar, furchtbar) und daher habe ich mir die Folge erst heute nachmittag auf Video angesehen.

War ja zu erwarten, dass sie Meredith’s Genesung noch ein bisschen hinausziehen und den Zuseher wieder mal mit einem Cliffhanger zurücklassen. Naja, da sollte sich der Sender nicht wundern, wenn die Episoden im Internet angesehen werden – so viel Spannung ist eben schwer auszuhalten. Obwohl ich diese bei Grey’s Anatomy noch ganz gut wegstecke. Im Gegensatz zu House: Die Folge(n), in der er angeschossen war, sind der totale Wahnsinn. Ich habe selten so eine intelligente „Parallel-Universum“-Folge gesehen. Außer „Normal Again“ – wohl eine der besten Buffy-Folgen überhaupt. Wie sowohl Buffy als auch House mit ihren veränderten Realitäten umgehen, ist beides: Faszinierend und Angst einflößend. Hier kann man sich wohl am ehesten vorstellen, wie es ist, mit einer psychischen Krankheit leben zu müssen. „Normal Again“ schafft es auch, was nur wenige schaffen: Sie lässt die Geschichte der Slayer in einem völlig anderen Licht erscheinen – und ist doch offen in der Interpretation, im Gegensatz zu den letzten Folgen von Roseanne etwa.

Im Falle der Meredith Grey müssen wir wohl noch länger warten, bis die Hauptfigur wieder von den Toten aufersteht. Kennt man jedoch beide oben genannten Serien, liegt mit Messlatte für „Grey’s Anatomy“ hoch.

Auch ein Ereignis: Zum ersten Mal ist mir McDreamy wirklich sympathisch, auch wenn ich ihn immer noch für überbewertet halte. Und ich beginne, die Beziehung zwischen Meredith und Cristina zu verstehen. Auch dieser Charakter nimmt für mich an Profil immer mehr zu. Die Story ist jedoch ein wenig dürftig: Wieso es Meredith nicht schafft, sich länger über Wasser zu halten und Hilfe zu rufen, liegt wohl in der Verantwortung der Drehbuch-Autoren, die mit allen Mitteln ein Drama zeigen wollten. Auch die Ehe-Storyline von George und Kelly, die Izzy in einem pathetischen Schlussmonolog zum Scheitern verurteilt, würde es vertragen, wenn weniger darüber gequatscht und mehr gezeigt würde, wieso sie nicht funktionieren kann. Hier gilt eben wie überall die Devise: „Show, not tell.“

Schönster Song der Episode: „A Bitter Song“ von Butterfly. Wird zu Beginn und am Ende der Episode gespielt – erinnert mich irgendwie an Regina Spector.



Wieso Serien immer besser werden
September 23, 2007, 11:58
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Das Niveau von Fernsehserien ist in den letzten Jahren spürbar gestigen. Jüngster Beweis dafür sind die Emmy-Awards, die die besten US-Serien auszeichnen.

Ein Blick auf die Gästeliste: Sally Field, Oscarpreisträgerin, räumte einen Emmy für „Brothers and Sisters“ ab. Nominiert waren auch Kyra Sedgewick, Alec Baldwin,
William H. Macy (der aus Fargo), Patricia Arquette, Minnie Driver , Mary-Louise Parker, Kiefer Sutherland, James Spader, Gena Rowland, Robert Duvall, Thomas Haden Church, Anna Paquin, Toni Collette und Helen Mirren, die erst heuer als „Queen“ einen Oscar gewann – und noch einige mehr.

Sie alle kennen wir doch aus dem Kino.

Wieso sind nun Serien im Aufwind? Ein Grund ist sicher die amerikanische Politik und die teils noch laschen Studios in Hollywood - wie lange hat es gedauert, bis der erste nicht vor Patriotismus strotzende große Spielfilm nach 9/11 ins Kino kam, der sich damit auseinandersetzte (vorher gedrehte zählen nicht) ? Das Klima ist dank ständiger Terror-Panikmache und dem Partion-Act restriktiv. Die Angst, nicht als Patriot zu gelten, dementspechend groß (McCarthy lässt grüßen). Zwar hat sich die Situation wieder etwas enstpannt, aber immer noch flüchtet sich Hollywood in Filme ohne Tiefgang, Comic-Verfilmungen, Fantasy- und Historienstreifen.

Viel wichtiger aber scheint mir die Rolle der Technik: Die DVD erlaubt das, wovon man mit Video lange träumen musste. Sie ist schnell und einfach zu bedienen (kein langes Vor- und Zurückspulen), erlaubt optisch und akustisch gute Qualität und ist grenzüberschreitend verbreitbar (Stichwort Internet: Amazon etc.). Man kann sich Serien in der Originalsprache ansehen – das macht gerade Wiedersehen in Europa attraktiver. Und das Bild ist natürlich ungleich besser – seit „Akte X“ (denke ich) wird fürs Fernsehen ja verstärkt mit Filmmaterial gearbeitet.

Und natürlich spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle: Eine Serie ist durch Werbung, Product-Placement und im Dalle der Pay-TV Sendern wie HBO (Sopranos etc.) und Showtime (The L Word) durchfinanziert, sobald sie im US-Fernsehen startet. Der DVD-Verkauf lukriert zusätzliches Geld. Bei gut laufenden Produkten ist das nicht wenig – und dafür lohnt es sich, eine qualitätsvolle, gute, mutige Serie zu drehen.

Wenn ich mir die Liste noch mal so ansehen, wird außerdem klar, dass Hollywood aufgrund gängiger Schönheitsideale gerade für Schauspielerinnen jenseits der 30 wenige attraktive Rollen anzubieten mag. Aber dazu ein anderes Mal…



Mein Harry Potter-Alter Ego ist…
September 21, 2007, 23:02
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You scored as Hermione Granger, You’re one intelligent witch, but you have a hard time believing it and require constant reassurance. You are a very supportive friend who would do anything and everything to help her friends out.

Hermione Granger
 
85%
Albus Dumbledore
 
75%
Ron Weasley
 
70%
Harry Potter
 
70%
Remus Lupin
 
70%
Ginny Weasley
 
65%
Draco Malfoy
 
45%
Sirius Black
 
45%
Lord Voldemort
 
45%
Severus Snape
 
30%

Your Harry Potter Alter Ego Is…?
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Yeah! Das Ergebnis sagt mir definitiv zu. Auch wenn ich Hermine in den Büchern – besonders im ersten und sechsten – ein wenig nervig finde. Und enttäuschend, dass ich mehr Ron Weasley als Harry Potter bin. Harry ist eben meine Lieblingsfigur.

Und bevor ich’s vergesse: Gestern gab es keinen Dr. House-Eintrag, weil das österreichische Fernsehen doch lieber Fußball zeigte. Was mir sehr recht ist, denn ich hatte Spätdienst und war bis 23 Uhr in der Redaktion. Gähn!

Aber Morgen ist Samstag – Serientag.



Grey’s Anatomy: Katastrophenalarm als Quotenbringer
September 17, 2007, 21:21
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Fernsehen ist böse. Schon wieder gibt es eine Doppelfolge von Grey’s Anatomy – der ORF zeigt aber nur eine Episode – und ich brauche wohl all meine Willensstärke, um nicht jetzt schon im Internet zu lesen, wie es ausgeht.

Cliffhanger sind ja beliebt in Serien und seit einigen Jahren – vielleicht seit die Produzenten noch ruchloser geworden sind – ziehen sie sich sogar über das Ende einer Staffel. Da gibt es keinen schönen Abschluss mehr, nein, da wird die Spannung noch mal hochgepusht, damit man auch ja wieder einschaltet. In den USA im Herbst, wenn die neuen Staffeln starten und in Europa je nach Gutdünken und Einkaufslust des jeweiligen Senders. Zum Glück gibt es Internet… Der früheste Staffel-übergreifende Cliffhanger, der mit einfällt, ist übrigens in „Twin Peaks“ zu sehen. Da wird die Hauptfigur Agent Dale Cooper in den letzten Sekunden der ersten Staffel erschossen. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

In Grey’s Anatomy jedenfalls muss das Team an einen Einsatzort außerhalb des Krankenhauses: Eine Fähre und ein anderes Schiff sind im Nebel kollidiert. Verletzte, wohin das Auge blickt. und Meredith gerät in Gefahr.

Was ich an Grey’s Anatomy mag, sind die vielen fast gleichberechtigten Charaktere. Meredith Grey ist zwar die Namensgeberin der Serie und darf zu Beginn und Ende jeder Folge ihre Lebensweisheiten aus dem Off feilhalten, ansonsten steht sie jedoch nicht unbedingt im Mittelpunkt. Was mir sehr recht ist, denn sie ist nicht gerade mein Lieblingscharakter. Dafür ist sie mir zu wenig abgründig und diese ewige Geschichte mit Dr. Shepherd geht mit mehr auf die Nerven als ans Herz. Und es ist auch nicht gerade ein Zeichen von Stärke einer nicht-Fantasy-Serie, die Hauptfigur in eine lebensgefährliche Sitation zu bringen. Eher schon ein billiger Trick, um die Quoten hochzutreiben.

Passt auch zum Ausstrahlungstermin im Dezember – 16. Folge. Zu dieser Zeit wird nämlich entschieden, ob die Serie in Verlängerung geht. Und vor Weihnachten geht es um eine Menge Zuschauer. Extra-Drama zur Mitte oder am Ende des zweiten Drittels lässt sich quer durch die Serienlandschaft beobachten. Beispielweise in der ersten Staffel von Dr. House: Vogler will ihn dazu zwingen, jemanden aus seinem Team zu entlassen.

Für die interessanteste Figur halte ich ja Addison Montgomery-Shepherd – die „Hexe“. Die Motive für ihr Handeln sind am wenigsten durchschaubar. Sie oder Burke sollen eventuell im Zentrum einer geplanten Spin-Off-Serie stehen. Wenn sich Burke-Darsteller Isaiah Washington nicht durch seine angeblich schwulenfeindlichen Äußerungen disqualifiziert hat. Und da ist natürlich auch noch der optische Aufputz und Neo-Emmy-Gewinnerin Kathereine Heigl alias Izzy, die sich für eine eigene Serie anbietet. Ob ihr Charakter – trotz der angedeuteten „schweren“ Jugend samt Traumata und zur Adoption freigegebenem Baby – eine ganze Serie trägt, ist jedoch fraglich. Ich bin jedenfalls schon gespannt, ob Heigl in der restlichen Staffel zeigt, warum sie heuer Preisträgerin wurde (oder bezieht sich das auf die letzte Herz-Schmerz-Ich-Bin-So-Reich-Drama- geladene Staffel?).

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Vier Minuten. Ein Film geht mir nicht aus dem Kopf
September 17, 2007, 18:38
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Am Samstag habe ich mir „Vier Minuten“ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung angesehen. Das erste Fazit fiel ja nicht so positiv aus.

Die Handlung: „Vier Minuten“ handelt von der selbstzertörerischen jungen Gefängnisinsassin – Mörderin – Jenny, eine talentierte Pianistin, und ihrer strengen und gefühlskalten Klavierlehrerin. Sie möchte, dass Jenny bei einem Wettbwerb teilnimmt, auf den auch die Handlung zustrebt.

Schon beim Titel hat der Regisseur und Drehbuchautor Chris Kraus ein schlechtes Händchen bewiesen. „Vier Minuten sind manchmal alles, was die Welt dir schenkt“ oder ähnlich wird die Dramatik im Trailer überspitzt – mit dem Film selbst hat das nur sehr wenig zu tun. Jennys Performance (und das ist sie wirklich, eine künstlerische Glanzleistung) am Ende des Filmes dauert vier Minuten, aber das ist auch das Ende des Rätsels. (Die Frage nach der Bedeutung des Titels und die unzureichende Antwort ist mir ja schon bei „21 Gramm“ negativ aufgefallen.)

Das größere Problem ist allerdings, dass der Regisseur sich einfach nicht entscheiden kann, wer denn nun im Zentrum des Filmes steht. Durch völlig unnötige Rückblenden in die Nazizeit und unausgegorene Pseudo-Geschichten von weitgehend funktionslosen Nebenfiguren droht die Geschichte ihren roten Faden zu verlieren. Ein weiteres Zwischending, das von Entscheidungsschwäche der Macher zeugt, ist, dass der Film sich weder genügend an die Konventionen des Genres hält, noch genügend davon abweicht. Ein Beispiel: Nach etwa einem Viertel des Films, in dem es bis dahin nur um die beiden im Zentrum stehenden Frauen geht, gibt es plötzlich einen Perspektivenwechsel und man sieht ein Gespräch zwischen Jennys Vater, der sie in mehrere Hinsicht missbraucht hat, und einem Journalisten. Da fragt sich der Zuseher doch, was soll das? Und über die Rückblenden will ich gar nicht reden.

Ein allerdings sehr glückliches Händchen hat der Regisseur in der Wahl seiner Hauptdarstellerinnen bewiesen: Monica Bleibtreu spielt konstant auf hohem Niveau aber eine Entdeckung ist das wunderbar intensive Spiel von Hannah Herzsprung. Sie legt ihren Charakter sehr brüchig an – hochsensibel und selbstzerstörerisch. In der Szene im Hospital (wenn auch die Geschicht ein bisschen dick aufträgt, aber das ist Kino – das muss manchmal so sein) musste ich weinen. Und gerade diese starken Szenen zwischen den beiden gehen mir jetzt nicht mehr aus den Kopf. Vier Minuten wirkt nach, mehr als ich dachte.

Vier Minuten



Your mood is…
September 14, 2007, 17:33
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yarvis is emotionally distant.
I bet no one’s surprised that you never post your current mood. In fact, I bet most of your friends are so sick of you locking them out of your life that they hate you behind your back. Shame.

Okay, wenn ihr meint… ein computergenerierter Stimmungsbarometer kann nicht falsch liegen, oder?

Hier der Link

„Emotionally distant“-Pfh!

Dabei ist heute ein wirklich schöner Abend in Wien – wohl der letzte warme Abend des Jahres, an dem man draußen sitzen kann. Ich war auch mit einer Freundin unterwegs, beim Heurigen in Grinzing. Und habe „Sturm“ – junger, halbgegorener Wein – getrunken. Fährt ganz schön ein, das Zeug.

Und in ORF2 läuft gerade anlässlich des 25. Todestages von Grace Kelly „Das Fenster zum Hof“. Hitchcock! Das erste Mal habe ich den Film im Filmmusem gesehen, in der Originalfassung. Beim Schluss musste sich jemand passenderweise gerade schneutzen und ich ging aus dem Kino, ohne zu wissen, wie der Film ausgeht. Stundenlange Internetrecherchen führten auch nicht zum Ergebnis. Also sah ich mir den Film wieder an, als er – diesmal Deutsch – im Fernsehen lief. Und dann kam die Schlussszene – und meine Mutter rief an. Argh!

Also weiß ich bis heute nicht, wie „Das Fenster zum Hof“ endet. Vielleicht klappt es ja heute – wenn ich vom vielen Sturm nicht zu müde bin.



Dr. House – Heimgang
September 13, 2007, 19:27
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So, habe heute den Tag erfolgreich in der Redaktion verbracht, trotz Frühdienstes (um 5 Uhr aufstehen, um 6 Uhr arbeiten) und sogar meinen Artikel für die Uni-Beilage der Print-Ausgabe (fast) fertig geschrieben.

Am Abend habe ich mich daheim mit Dr. House belohnt. Kurioserweise ist ja der ORF von der ersten, von der er ungefähr Folge vier bis zwölf ausgelassen hat, gleich in die dritte Staffel gesprungen. Die Erste hab ich ganz gesehen und die Zweite fast (allerdings auf Englisch) und wider Erwarten stört mich dieser Sprung nicht so.

Denn die Entwicklung der Charakere ist nicht so deutlich, wie ich es mir erhofft hatte – das ist auch die Schwäche der Serie, wobei House selbst ja zumindest sehr 3D ist. Vermutlich dank Hugh Laurie. Ich dachte ja anfangs, House nimmt die jungen Ärzte mehr unter seine Fittiche und zieht sie gewissermaßen zu kleinen Genies heran, aber bis jetzt ist der Status eher „Meister und Gehülfe“. Mit einer Lieblingsschülerin. Aber – mit ein bisschen Sex – ist alles eigentlich Status Quo. Bin ja schon neugiereig, ob sie in der neuen vierten Staffel, die in den USA bald startet tatsächlich das ganze Team auswechseln oder nur – aufgrund des anhaltenden Erfolges – erweitern.

Mein Lieblingscharakter – neben Dr. House natürlich, das ist wie Harry Potter, da muss man die Hauptfigur eigentlich am meisten mögen oder sich am meisten für sie interessieren, nicht? Zumindest ist das bei mir so. – ist ja der liebe Dr. Chase. Als ich meiner Arbeitskollegin das erzählte, hat sie gerufen: „Nein! Dieser Widerling! Der ist so skrupellos.“ Ich weiß, ich will ihn ja auch nicht gleich heiraten. Ich mag nur seinen australischen Akzent im Original so gern. Und er ist schon ein Quotenschnuckel. Ich mag ja auch Dr. Cameron, nur geht sie mir manchmal auf die Nerven. Und nachdem der wichtigste Job der Gehülfen des genialen Dr. House eh rumstehen ist, treffe ich meine Wahl zu Recht. Er sieht „clueless“ einfach am süßesten von den dreien aus.

Schade natürlich, dass Hugh Laurie nicht mit seinem originalen britischen Akzent sprechen darf, sondern einen Amerikaner mimen muss. Dann wäre Dr. House noch besser.

Ach ja, die Musik ist auch gut. Mein letzter Serien-Tipp: „Desire“ von Ryan Adams. Ich such mal den Song, der heute am Ende gelaufen ist… Leon Russell „Stranger in a Strange Land“.

Übrigens: Im Original ist die Titelmusik ein Ausschnitt aus dem wundervollen „Teardrop“ von Massive Attack.

Dr. House



Krank sein. Oder: Lulu im Glas
September 12, 2007, 14:45
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Wenn ich krank bin, werde ich erstens grantig und zweites depressiv. Als ich mich übermäßig über meine Mutter, meine Geschwister, meine Arbeitskollegen und vor allem mich selbst ärgerte und dazu noch Gliederschmerzen hatte, hätte ich wissen sollen, da ist was im Busch. Ich hab nichts geahnt, hab nicht auf mich aufgepasst (kein Unterleiberl, kein Tee und keine Schonung) und dann hat es mich eiskalt erwischt.

Am Mittwoch ging ich früher von der Arbeit heim, weil ich einfach nicht mehr konnte und am Abend hatte ich dann knapp 39 Grad Fieber. Was ja schon an sich nicht lustig ist, aber noch dazu bin ich momentan allein in meiner, besser gesagt unserer Wohnung, aber das „Du“ zum wir – mein Freund – ist gerade in Berlin.

Vor der ersten Fiebermessung bin ich noch ab in den Supermarkt (Fertigkost, Zwieback, Suppen, Hohes C und Obst – so viel ich tragen konnte) und in die Apotheke, Neocitran kaufen. Die Kur konnte beginnen.

Als ich ein Kind war, fand ich es immer toll, krank zu sein. Fernsehen, so viel man will, rumliegen, Hörspiele hören, ein bisschen lesen (wenn es nicht zu anstrengend ist) und von Mama umsorgt werden. Und das beste: Keine Schule! Kein schlechtes Gewissen – letzteres hat sich jedenfalls geändert, denn als Online-Redakteurin bin ich Teil eines Kollektivs. Und wenn ich keinen Samstags-Dienst übernehme, muss jemand anders ran. Mit Schuldgefühlen lässt es sich jedenfalls nicht gut gesunden.

Am Montag wollte ich wieder fit sein. Blöderweise bekam ich am Samstag totale Rückenschmerzen und die wurden weder durch Liegen, noch durch Wärmeflasche oder Bewegung besser. Am Sonntag musste ich sogar Schmerztabletten nehmen, um überhaupt schlafen zu können.

Am Montag war ich trotzdem in der Redaktion – total matschig. Meine Arbeitskollegen gaben ihrerseits „Diagnosen“ ab – Verspannung? Nieren? Beckenbodenenzündung? Hab mir dann von einer Kollegin die Adresse eines Arztes – Palästinenser, das hässlichste Wartezimmer, das ich je gesehen habe – geben lassen. Bei dem war ich dann auch und er beruhigte mich immerhin so weit, dass die Rückenschmerzen nichts mit den Nieren zu tun haben. Hab mir die Überweisung für einen totalen Blut- und Harncheck geben lassen und bin nach Hause.

So weit, so gut – nur dass die Schmerzen schlimmer wurden. Also blieb ich zu Hause. Per Telefondiagnose über meine Mutter hat außerdem die Frau meines Hausarztes in meinem Heimatort einen Harnwegsinfekt bei mir diagnostiziert. Das führte so weit, dass ich in ein Glas pisste, um feszustellen, dass mein Urin trüb war und ich schleuningst zum Arzt sollte – alles mit Telfonseelsorge meiner Mutter.

Bin dann ins Blutlabor (die Herren am Empfang waren echt ganz lieb!) – Blut und Urincheck, dann mit den Ergebnissen zum Arzt und die Diagnose: Es ist kein Harnwegsinfekt. Er beruhigte mich, verschrieb mir Schmerztabletten und gab mir einen Folder mit Übungen für die Wirbelsäule mit.

Morgen gehe ich wieder arbeiten – Frühdienst: Beginn sechs Uhr morgens.

Zuminest die Schmerztabletten wirken bestens.