Miss Yarvis in der Medienwelt


Dr. House – Konsequenzen
September 28, 2007, 18:14
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Endlich wieder Dr. House. Die letzte Folge fiel ja wegen Fußball aus und nächste Woche sendet der ORF auch keine – vermutlich ebenfalls wegen Fußball. Das Beste ist aber, dass der ORF nicht wartet, sondern eine Folge einfach auslässt – nämlich „Sandkastenspiele“. ARGH!!! Es ist wohl an der Zeit, sich Kabel-Fernsehen zuzulegen…

Zurück zu meinem momentanen Lieblings-Fernseh-Griesgram. Der Original-Titel der Staffel ist ja um einiges vielsagender als das deutsche „Konsequenzen“. Er lautet nämlich „Fools for Love“. Tja, House und sein Team bearbeiten wie üblich einen mysteriösen Fall und der smarte Doktor weiß wie üblich die Antwort. Aber erst, als es fast zu spät scheint. Vielsagender sind da die Nebenhandlungen: House bezichtigt seinen besten Freund Wilson eine Affäre mit einer Schwester zu haben und macht sich regelrecht zum „Fool“, indem er ihre Sachen durchsucht. Er ist eben auch sein einziger Freund, auch wenn man wohl Angst haben muss, von House geliebt zu werden – man denke da an Staffel zwei, einen Topf voll warmem Wasser und einen angesägten Stock…

Und Cuddy hat endlich einen Schwangerschaftstest gemacht. Negativ. Ob House unterbewusst den Wunsch verspürt, mit ihr ein Kind zu zeugen? Ich bin ein großer Fan der beiden – House&Cuddy forever! Oder House&Wilson!

Unmittelbar nichts mit „love“ zu tun hat der andere Handlungsstrang: Einem widerlichen Patienten steckt House ein Thermometer in den Hintern und „vergisst“ ihn dann im Untersuchugnszimmer. Klar, das gibt einen Konflikt. Vor allem, da House nicht wusste, dass der Typ ein Polizist ist (netter Seitenhieb auf die amerikanische Exekutive, übrigens) und House dann am Schluss wegen Fahrens unter Einfluss von Drogen festgenommen wird. Jetzt wird sich unser lieber Onkel Doktor wohl seiner Sucht nach Schmerzmitteln stellen müssen.

Der Beginn mit diesem A-Patienten hat mich wieder daran erinnert, warum ich Gregory House mag: Er spricht Dinge aus und geht mit Menschen um, wie wir es uns nie trauen würden – überschreitet die Grenze. Ehrlich und grausam zugleich. Lustvolle Wunscherfüllung für den Zuseher, die das im alltag nie „dürfen“.

Im Bezug auf die fehlende Entwicklung der drei Helfer-Charaktere habe ich Recht: House ist eine Art medizinischer Sherlock Holmes. Und Dr. Watson entwickelt ja im Laufe der Reihe bekanntlich auch keine nennenswerte Spürnase.

Ein kurzer Rückblick zur ersten Folge der ersten Staffel Dr. House: Was passiert eigentlich mit dem Bandwurm im Hirn der ersten Patientin, dieser Volksschullehrerin? House sagte, sie könnten ihn nicht rausoperieren, denn das wäre zu gefährlich und würde die Patientin vermutlich töten. Und dann geben sie ihr Tabletten, das Ding stirbt ab und was? Es wandert von selber raus? Durch die Nase oder durchs Ohr vielleicht? Die Lösungen sind ja nicht das stärkste bei House. Oder kann mir jemand diese Auflösung stichhaltig erklären?Ach ja, noch was Lustiges am Rande: Patrick Dempsey hat sich laut People Magazine um die Rolle de Chase beworben…

Und der Song am Ende? „Walter Reed“ von Michael Pen. Argh, ich hasse es, die letzte Folge „Sandkastenspiele“ (Lines in the Sand) nicht gesehen zu haben. Denn da kommt ein Song von Ben Harper vor, den ich sehr mag.



Grey’s Anatomy: Verschwunden
September 25, 2007, 16:53
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Diese Folge macht besonders eines deutlich: Meredith Grey ist offenbar keine gute Schwimmerin.

Heute hatte ich wieder mal Frühdienst (man kann es nicht oft genug betonen: Um fünf Uhr morgens aufstehen und um sechs in der Arbeit sein zu müssen, ist furchtbar, furchtbar, furchtbar) und daher habe ich mir die Folge erst heute nachmittag auf Video angesehen.

War ja zu erwarten, dass sie Meredith’s Genesung noch ein bisschen hinausziehen und den Zuseher wieder mal mit einem Cliffhanger zurücklassen. Naja, da sollte sich der Sender nicht wundern, wenn die Episoden im Internet angesehen werden – so viel Spannung ist eben schwer auszuhalten. Obwohl ich diese bei Grey’s Anatomy noch ganz gut wegstecke. Im Gegensatz zu House: Die Folge(n), in der er angeschossen war, sind der totale Wahnsinn. Ich habe selten so eine intelligente „Parallel-Universum“-Folge gesehen. Außer „Normal Again“ – wohl eine der besten Buffy-Folgen überhaupt. Wie sowohl Buffy als auch House mit ihren veränderten Realitäten umgehen, ist beides: Faszinierend und Angst einflößend. Hier kann man sich wohl am ehesten vorstellen, wie es ist, mit einer psychischen Krankheit leben zu müssen. „Normal Again“ schafft es auch, was nur wenige schaffen: Sie lässt die Geschichte der Slayer in einem völlig anderen Licht erscheinen – und ist doch offen in der Interpretation, im Gegensatz zu den letzten Folgen von Roseanne etwa.

Im Falle der Meredith Grey müssen wir wohl noch länger warten, bis die Hauptfigur wieder von den Toten aufersteht. Kennt man jedoch beide oben genannten Serien, liegt mit Messlatte für „Grey’s Anatomy“ hoch.

Auch ein Ereignis: Zum ersten Mal ist mir McDreamy wirklich sympathisch, auch wenn ich ihn immer noch für überbewertet halte. Und ich beginne, die Beziehung zwischen Meredith und Cristina zu verstehen. Auch dieser Charakter nimmt für mich an Profil immer mehr zu. Die Story ist jedoch ein wenig dürftig: Wieso es Meredith nicht schafft, sich länger über Wasser zu halten und Hilfe zu rufen, liegt wohl in der Verantwortung der Drehbuch-Autoren, die mit allen Mitteln ein Drama zeigen wollten. Auch die Ehe-Storyline von George und Kelly, die Izzy in einem pathetischen Schlussmonolog zum Scheitern verurteilt, würde es vertragen, wenn weniger darüber gequatscht und mehr gezeigt würde, wieso sie nicht funktionieren kann. Hier gilt eben wie überall die Devise: „Show, not tell.“

Schönster Song der Episode: „A Bitter Song“ von Butterfly. Wird zu Beginn und am Ende der Episode gespielt – erinnert mich irgendwie an Regina Spector.



Grey’s Anatomy: Katastrophenalarm als Quotenbringer
September 17, 2007, 21:21
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Fernsehen ist böse. Schon wieder gibt es eine Doppelfolge von Grey’s Anatomy – der ORF zeigt aber nur eine Episode – und ich brauche wohl all meine Willensstärke, um nicht jetzt schon im Internet zu lesen, wie es ausgeht.

Cliffhanger sind ja beliebt in Serien und seit einigen Jahren – vielleicht seit die Produzenten noch ruchloser geworden sind – ziehen sie sich sogar über das Ende einer Staffel. Da gibt es keinen schönen Abschluss mehr, nein, da wird die Spannung noch mal hochgepusht, damit man auch ja wieder einschaltet. In den USA im Herbst, wenn die neuen Staffeln starten und in Europa je nach Gutdünken und Einkaufslust des jeweiligen Senders. Zum Glück gibt es Internet… Der früheste Staffel-übergreifende Cliffhanger, der mit einfällt, ist übrigens in „Twin Peaks“ zu sehen. Da wird die Hauptfigur Agent Dale Cooper in den letzten Sekunden der ersten Staffel erschossen. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

In Grey’s Anatomy jedenfalls muss das Team an einen Einsatzort außerhalb des Krankenhauses: Eine Fähre und ein anderes Schiff sind im Nebel kollidiert. Verletzte, wohin das Auge blickt. und Meredith gerät in Gefahr.

Was ich an Grey’s Anatomy mag, sind die vielen fast gleichberechtigten Charaktere. Meredith Grey ist zwar die Namensgeberin der Serie und darf zu Beginn und Ende jeder Folge ihre Lebensweisheiten aus dem Off feilhalten, ansonsten steht sie jedoch nicht unbedingt im Mittelpunkt. Was mir sehr recht ist, denn sie ist nicht gerade mein Lieblingscharakter. Dafür ist sie mir zu wenig abgründig und diese ewige Geschichte mit Dr. Shepherd geht mit mehr auf die Nerven als ans Herz. Und es ist auch nicht gerade ein Zeichen von Stärke einer nicht-Fantasy-Serie, die Hauptfigur in eine lebensgefährliche Sitation zu bringen. Eher schon ein billiger Trick, um die Quoten hochzutreiben.

Passt auch zum Ausstrahlungstermin im Dezember – 16. Folge. Zu dieser Zeit wird nämlich entschieden, ob die Serie in Verlängerung geht. Und vor Weihnachten geht es um eine Menge Zuschauer. Extra-Drama zur Mitte oder am Ende des zweiten Drittels lässt sich quer durch die Serienlandschaft beobachten. Beispielweise in der ersten Staffel von Dr. House: Vogler will ihn dazu zwingen, jemanden aus seinem Team zu entlassen.

Für die interessanteste Figur halte ich ja Addison Montgomery-Shepherd – die „Hexe“. Die Motive für ihr Handeln sind am wenigsten durchschaubar. Sie oder Burke sollen eventuell im Zentrum einer geplanten Spin-Off-Serie stehen. Wenn sich Burke-Darsteller Isaiah Washington nicht durch seine angeblich schwulenfeindlichen Äußerungen disqualifiziert hat. Und da ist natürlich auch noch der optische Aufputz und Neo-Emmy-Gewinnerin Kathereine Heigl alias Izzy, die sich für eine eigene Serie anbietet. Ob ihr Charakter – trotz der angedeuteten „schweren“ Jugend samt Traumata und zur Adoption freigegebenem Baby – eine ganze Serie trägt, ist jedoch fraglich. Ich bin jedenfalls schon gespannt, ob Heigl in der restlichen Staffel zeigt, warum sie heuer Preisträgerin wurde (oder bezieht sich das auf die letzte Herz-Schmerz-Ich-Bin-So-Reich-Drama- geladene Staffel?).

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