Miss Yarvis in der Medienwelt


Trailer zu „Valkyrie“ und „Wanted“
Dezember 11, 2007, 11:20
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Habe mir gerade den Trailer zum Tom-Cruise-als-Stauffenberg-Film „Valkyrie“ angesehen und was den Film angeht, hab ich ein bisschen Bauchweh. Da wurde aus dem Hitler-Attentäer wohl so etwas wie ein Action-Held gemacht. Wie man dieser so sensiblen Thematik mit Action gegegnen kann, ist mir schleierhaft. Tom Cruise hat außerdem einen irgendwie „irren“ Blick drauf, vielleicht ist das seine schauspielerische Art zu zeigen, dass wer im Dritten Reich in den oberen Rängen saß, muss verrückt gewesen sein.

Auch wird im Trailer (das ist glaub ich der US-Trailer) darauf hingewiesen, dass Regisseur Brian Singer schon „Superman Returns“ und „Die üblichen Verdächtigen“ gemacht hat. Letzeren fand ich beim ersten Mal sehen ganz großes Kino, bei ersterem hat mich der Trailer dermaßen abgeschreckt, dass ich ihn mir vielleicht nicht mal im Fernsehen ansehen werde. Trotz Kevin Spacey.

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Ich will hier ja nichts verschreien, aber wenn „Vakyrie“ so ist, wie ich glaube, begeht er einen kapitalen Fehler in Sachen NS-Thematik: Nämlich Hitler nicht als Menschen darzustellen sonders als das personifizierte Böse – das muss man wirklich differenzierter betrachten.

Außerdem glaube ich, dass sich der Film auf die Verschwörung zu konzentriert und Stauffenbergs inneren Konflikt zu wenig zu beachtet. Und dass das alles in Englisch ist, wirkt auch irgendwie seltsam.

Der Link zum Valkyrie-Trailer

Ganz anders kommt da „Wanted“ daher, mit Angelina Jolie und (ich weiß …) James McAvoy. Die Comicverfilmung von Mark Millers graphic novel unter dem „Wächter der NAcht“-Regisseur Timur Bekmambetov.

da gibt es einen, ganz klaren Konflikt, den Wesley lösen muss und es ist ein innerer (ich mag innere Konflikte, darum hab ich auch Spiderman-DVDs), die Äthetik ist gut, die Musik – man weiß, was auf einen zukommt und ich finde James McAvoy ziemlich witzig in den Szenen im Auto … Angelina ist wie schön und stark – wie eben auch in Tombraider. Bin gespannt, wie die Chemie zwischen den beiden auf der Leinwand rüberkommt. MacAvoy ist ja (so schaut es in einigen Szenen zumindest aus) kleiner als Jolie. das finde ich gut, schräge Paarungen.

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Und natürlich Morgan Freeman, der hier die Erzählung aus dem Off übernimmt (eigentlich bin ich ja nicht so ein Fan davon, aber hier passt es).

Also auf den Freue ich mich als Fan von guter und intelligenter Action schon total – leider wurde der Kinostart von März auf Sommer verschoben. ein gutes Zeichen? Im Sommer rennen in den USA ja die Blockbuster, die Produktionsfirma verspricht sich vom (fast) fertigen Produkt vielleicht mehr, als sie sich erwartete und reserviert ihm so einen guten Start-Platz? Kann schon sein.

Der Link zum Wanted-Trailer



Shameless
Dezember 10, 2007, 19:51
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Meine James McAvoy-Hysterie nimmt bedenkliche Formen an. Nach „Atonement“, „Last King of Scotland“, „Starter for 10″ und – zu meinem Beschämen – „Children of Dune“ habe ich mir nun auch die britische Serie „Shameless“ angesehen, zumindest die erste Folge.

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Ist wirklich unglaublich lustig – und ich würde gerne mehr davon sehen, aber ich glaube nicht, dass ich das machen werde. Selbst wenn ich die restliche Serie im Internet irgendwo auftreibe. Der Grund: James McAvoy. Oder besser seine Frau, Anne-Marie Duff. Beide spielen klasse und ich finde besonders ihren Charakter gut, aber das ist einfach zu seltsam, ein Pärchen am Bildschirm zu sehen, die im realen Leben auch ein Paar sind. Das war mir schon bei „Mr and Mrs Smith“ unangenehm, umso mehr jetzt in „Shameless“. Ja, es gibt Sex-Szenen. Ziemlich heftige, sogar.

Da komme ich mir vor, als würde ich in fremde Schlafzimmer starren. Und das ist wirklich nicht mein Ding.

Schade eigentlich, denn wie gesagt, die Serie hätte mich echt gereizt. Blöd, wenn das reale Leben dem virtuellen oder fiktiven dazwischenfunkt. So wird es vermutlich nie wieder einen Angelina Jolie/Brad Pitt-Film geben, den ich mir ansehen werde, es sei denn, man verzichtet auf Sex-Szenen.

Den guten Rat, aufzuhören die Klatschspalten zu lesen, kann man sich sparen. Die lese ich nicht, solche Information kriege ich in der Redaktion mit. Oder über die Nachrichtenagenturen …



Atonement – Abbitte
Dezember 2, 2007, 11:08
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Zwei Mal habe ich Joe Wrights Literaturverfilmung mit James McAvoy und Keira Knightley im Kino gesehen. Mit sehr unterschiedlichen Eindrücken.

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Die Story: Englischer Landsitz in den Dreißiger Jahren. Zwischen der Tochter des Hauses Cecilia und Robbie, dem Sohn der Haushälterin bahnt sich etwas an. Cecilias 13-jährige Schwester Briony schreibt ein Theaterstück. Es ist heiß. Ein Mißverständnis führt dazu, dass Briony in Robbie einen „sexmaniac“ vermutet. Als ihre ältere Cousine vergewaltigt wird, ist sie Zeugin und glaubt, Robbie sei der Täter. Er muss ins Gefängnis, zieht später in den Krieg. Briony muss „Abbitte“ leisten.

Das erste Mal war ich alleine, Originalton in einem kleinen Kino in der Innenstadt von Wien. Das zeitliche Vor- und Zurückspringen, die Neuheit der Story und die unglückliche Liebesgeschichte haben mich wohl von Schwächen des Films abgelenkt. Nich so das zweite Mal (mit einer Freundin, ebenfalls ein kleines Kino in der City von Wien): Eine Szene mit Briony als Krankrenschwester, als sie einem sterbenden Franzosen die Hand hält, macht auch beim zweiten Mal keinen Sinn. Auch die Szene zwischen Robbie und Cecilia in der Cafeteria in London fand ich weniger gelungen als beim ersten Mal. Auch Vanessa Redgraves Auftritt als gealterte Briony – beim ersten Mal hab ich geheult – hat mich weniger beeindruckt…

Vielleicht war es auch die Erwartungshaltung, ich hab die Freundin schließlich ins Kino geschleppt und hinter mir saßen fünf SüdtirolerInnen, die direkt vom Christkindelmarkt kamen.

Bei mir blieben auch nach dem zweiten Mal noch Fragen offen. Dann ich hab mir dann also noch das Buch von Ian McEwan gekauft und reingelesen; ich weiß nicht, ob ich es jetzt lesen werde) und war wieder beeindruckt. Wie genau, wie textgetreu die Verfilmung eigentlich ist, einige der Schwächen (die wiederholte Story am Anfang, dass diese Wiederholung nicht durchgezogen wird) sind auf die Vorlage zurückzuführen.

Fazit: Guter, aber kein sehr guter Film. Ich spekuliere mit einer Oscar-Nominierung für James McAvoy (der in The Last King of Scotland schon ganz großartig war und auch hier die stärkste Performance liefert, naja vielleicht neben Vanessa Redgrave) und für das Beste Adaptierte Drehbuch.



Paranoid Park
November 25, 2007, 13:30
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Ich habe letztens den neuen Gus Van Sant-Film „Paranoid Park“ gesehen – sehr berührend.

Lasst euch nicht von der Skateboarder-Thematik abschrecken, denn eigentlich geht es in dem Film überhaupt nicht darum. Vielmehr zeigt er, wie ein Jugendlicher an seiner Schuld zerbricht. Der Regisseur hat wirklich ein Gespür für die Themen Jugend und Erwachsenwerden…

Aber eigentlich will ich gar nicht über den Film schreiben, sondern über einen Song, der an einer zentralen Stelle vorkommt und den Gus Van Sant bereits zum zweiten Mal verwendet – auch in „Good Will Hunting“ hat er ihn spielen lassen. Ich rede von Elliott Smiths „Angeles“, einen unglaublich schönen, reduzierten und melancholischen Song. Unbedingt anhören.

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David Lynch: Die Dekonstruktion eines Mythos
November 11, 2007, 17:02
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Heute habe ich in Wien David Lynch live gesehen – und ich wurde bitter enttäuscht.

Zuerst sahen wir im Gartnbaukino „Mulholland Drive“. Den hatte ich zwar schon gesehen, aber ich ging trotzdem hin, weil ich nicht riskieren wollte, nach dem Film nicht mehr zur Diskussion ins Kino gehen zu können – Kartenkäufer bevorzugt.

„Mulholland Drive“ hat mir nicht so gut gefallen, wie das erste Mal. Interessanterweise fand ich diesmal die zweite Hälfte (oder der Teil nach dem Öffnen der blauen Box) spannender. Vielleicht war es auch das Warten auf Lynch selber, das mich vom Film ablenkte…

Und dann war er da, live, dieser großartige Regisseur, denn „Twin Peaks“ ganz oben auf meiner Serien-Hitliste steht. Doch was Lynch zu sagen hatte, war auf eine peinliche Weise irritierend… Er sprach ständig von Meditation und wie sie Frieden und „Happiness“ auf die Welt bringen könne. Eine Art Allheilmittel und ich meine wirklich Allheilmittel – jede Frage aus dem Publikum, ob zur Ideenfindung für seine Filme, weltpolitische Themen oder Roy Orbison – ständig ging es ihm nur um Meditation. Das ganze glich einer Art Sekten-Vortrag, der Meister sagt, wie man zur ewigen Glückseligkeit findet.

Das einzige interessante (was nicht ganz so verstören und abstoßend war): Wie kommt Lynch zu seinen Filmideen? Er „fischt“ sie aus seinem Unterbewusstsein (das er auch ablehnt – alles muss ins Bewusstsein). Einzelne Szenen, die sich dann zu einem Ganzen fügen lassen – Brüche bleiben aber.

Diese Diskrepanz zwischen seiner Arbeit und seiner meditationsbedingten Heile-Welt-Fantasie ist ihm aber nicht bewusst.

Naja, ihn zu sehen hat ihn entzaubert (ging mir da ähnlich wie manchmal mit Schauspieler-Interviews). So bald werde ich mir wohl keinen Lynch mehr ansehen können – bis ich „ihn“ verdaut habe. Zum Glück ist es mit Regisseuren aber wie mit Schriftstellern – der Text weiß mehr als der Autor. Der Film weiß (und kann) mehr als der Regisseur.



Vier Minuten. Ein Film geht mir nicht aus dem Kopf
September 17, 2007, 18:38
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Am Samstag habe ich mir „Vier Minuten“ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung angesehen. Das erste Fazit fiel ja nicht so positiv aus.

Die Handlung: „Vier Minuten“ handelt von der selbstzertörerischen jungen Gefängnisinsassin – Mörderin – Jenny, eine talentierte Pianistin, und ihrer strengen und gefühlskalten Klavierlehrerin. Sie möchte, dass Jenny bei einem Wettbwerb teilnimmt, auf den auch die Handlung zustrebt.

Schon beim Titel hat der Regisseur und Drehbuchautor Chris Kraus ein schlechtes Händchen bewiesen. „Vier Minuten sind manchmal alles, was die Welt dir schenkt“ oder ähnlich wird die Dramatik im Trailer überspitzt – mit dem Film selbst hat das nur sehr wenig zu tun. Jennys Performance (und das ist sie wirklich, eine künstlerische Glanzleistung) am Ende des Filmes dauert vier Minuten, aber das ist auch das Ende des Rätsels. (Die Frage nach der Bedeutung des Titels und die unzureichende Antwort ist mir ja schon bei „21 Gramm“ negativ aufgefallen.)

Das größere Problem ist allerdings, dass der Regisseur sich einfach nicht entscheiden kann, wer denn nun im Zentrum des Filmes steht. Durch völlig unnötige Rückblenden in die Nazizeit und unausgegorene Pseudo-Geschichten von weitgehend funktionslosen Nebenfiguren droht die Geschichte ihren roten Faden zu verlieren. Ein weiteres Zwischending, das von Entscheidungsschwäche der Macher zeugt, ist, dass der Film sich weder genügend an die Konventionen des Genres hält, noch genügend davon abweicht. Ein Beispiel: Nach etwa einem Viertel des Films, in dem es bis dahin nur um die beiden im Zentrum stehenden Frauen geht, gibt es plötzlich einen Perspektivenwechsel und man sieht ein Gespräch zwischen Jennys Vater, der sie in mehrere Hinsicht missbraucht hat, und einem Journalisten. Da fragt sich der Zuseher doch, was soll das? Und über die Rückblenden will ich gar nicht reden.

Ein allerdings sehr glückliches Händchen hat der Regisseur in der Wahl seiner Hauptdarstellerinnen bewiesen: Monica Bleibtreu spielt konstant auf hohem Niveau aber eine Entdeckung ist das wunderbar intensive Spiel von Hannah Herzsprung. Sie legt ihren Charakter sehr brüchig an – hochsensibel und selbstzerstörerisch. In der Szene im Hospital (wenn auch die Geschicht ein bisschen dick aufträgt, aber das ist Kino – das muss manchmal so sein) musste ich weinen. Und gerade diese starken Szenen zwischen den beiden gehen mir jetzt nicht mehr aus den Kopf. Vier Minuten wirkt nach, mehr als ich dachte.

Vier Minuten