Miss Yarvis in der Medienwelt


Die Sopranos – „Made in America“: Das Ende, das Finale, oder „Oh Gott, es ist vorbei…“
Dezember 7, 2007, 11:17
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Gestern habe ich die letzte Folge der sechsten Staffel der Sopranos gesehen und sie ist einfach großartig. Ich werde hier in Kürze verraten (maximal drei Absätze weiter unten), wie es ausgeht und noch andere Dinge über die letzte Staffel, also: Spoiler Altert auf höchster Stufe: Es ist möglich, dass Ihnen die Lektüre dieses Textes den Genuss der Sendung zerstört (Was ich aber nicht glaube, kein Wissen kann diese Serie zerstören).

Also: Ich stimme den Kritikern ja gar nicht zu, die meinen, die Sopranos hätten zwischenzeitlich abgebaut, oder die meinen, die fünfte und sechste Staffel wären nicht mehr so gut gewesen wie die erste. Keinesfalls. Die Sopranos bewegen sich konstant auf einem sehr hohen Niveau. Der Schluss bestätigt dieses Urteil wieder, weil es kein billiger, versöhnlicher oder gar bestrafender ist (oder harmonie-ertränkter wie etwa bei Harry Potter, ich ärgere mich immer noch).

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Ich hab mir die zweite Hälfte der letzten, sechsten Staffel letzte Woche auf DVD gekauft (da sind sie endlich rausgekommen) und mein Freund und ich haben sie diese Woche gesehen, gestern die letzten drei. Am Ende der letzten Folge „Made in America“ glaubte er kurzzeitig, der DVD-Player wäre kaputt gegangen, mich hat es weniger kalt erwischt (ich dachte mir schon so was in die Richtung).

Tony hat einen Krieg zwischen den Familien in New York und Jersey knapp abgewendet , Phil beseitigen lassen, bevor dieser ihn beseitigen lässt, und trifft sich mit seiner ganzen Familie in einem Diner. An seinem Tisch steht eine Musicbox, er legt Journey’s „Don’t Stop Believing“ ein – der Song wurde von Creator David Chase selbst, der die Regie in der letzten Folge führte, dafür ausgesucht. Er sieht sich die Karte an, Carmela kommt und Anthony Junior, Meadow hat derweil Probleme, in eine Parklücke zu kommen. In der Sequenz wird hin und hergeschnitten zwischen Meadows Parkproblemen und dem Innern des Diners. Dort tauchen einige verdächtig aussehnde Typen auf. Einer geht zu Tony – und kanpp an ihm vorbei auf Klo (kennt man in ähnlicher Form aus dem Paten, nicht?), einer sitzt schon die ganze Zeit am Tisch und starrt in seinen Kaffee, die Augen unter der Baseballmütze nicht zu erkennen, eine Gruppe junger Schwarzer kommt herein (die werden für heikle Morde auch mal angeworben). Meadow hat es draußen endlich geschafft, in die Parklücke zu kommen und eilt über die Straße zum Eingang des Diners. Tony hört die Klingel der Eingangstür, starrt hin und Cut. Aus.

Ein harter Schnitt, einige Sekunden ist der Bildschirm schwarz, die Musik ist aus, dann kommen die Credits. Finito.

Wahnsinn. Was ist passiert, fragt man sich und ich musst dann gleich an die erste Folge der zweiten Hälfte der sechsten Staffel denken, als Tony mit Bobby, Janice’s Ehemann und seinem Freund, angeln ist. Sie reden über den Tod und darüber, ob man es überhaupt mitkriegt, wenn man stirbt (zumindest, wenn man erschossen wird). Bobby wird eine Folge vor dem Finale von Phil’s Schergen ermordet und da wurde die Sequenz wiederholt.

Ist Tony gegangen? Oder hat sich nur die Kamera aus dem Leben der Sopranos verabschiedet?

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Offenbar wollen viele Menschen, dass Tony am Ende stirbt. Und nach Christophers Tod (JA!), der von Tony nach einem Autounfall umgebracht wird, wollte ich auch kurzzeitig, dass er endlich büßen muss. Das sind wir gewöhnt aus dem amerikanischen Fernsehen, dass jeder Fehltritt bestraft wird, dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird, aber das sind eben nicht die Sopranos.

Also denke ich, es geht weiter mit Tony und seiner Familie. Leben eben.