Krank sein. Oder: Lulu im Glas

Wenn ich krank bin, werde ich erstens grantig und zweites depressiv. Als ich mich übermäßig über meine Mutter, meine Geschwister, meine Arbeitskollegen und vor allem mich selbst ärgerte und dazu noch Gliederschmerzen hatte, hätte ich wissen sollen, da ist was im Busch. Ich hab nichts geahnt, hab nicht auf mich aufgepasst (kein Unterleiberl, kein Tee und keine Schonung) und dann hat es mich eiskalt erwischt.

Am Mittwoch ging ich früher von der Arbeit heim, weil ich einfach nicht mehr konnte und am Abend hatte ich dann knapp 39 Grad Fieber. Was ja schon an sich nicht lustig ist, aber noch dazu bin ich momentan allein in meiner, besser gesagt unserer Wohnung, aber das „Du“ zum wir – mein Freund – ist gerade in Berlin.

Vor der ersten Fiebermessung bin ich noch ab in den Supermarkt (Fertigkost, Zwieback, Suppen, Hohes C und Obst – so viel ich tragen konnte) und in die Apotheke, Neocitran kaufen. Die Kur konnte beginnen.

Als ich ein Kind war, fand ich es immer toll, krank zu sein. Fernsehen, so viel man will, rumliegen, Hörspiele hören, ein bisschen lesen (wenn es nicht zu anstrengend ist) und von Mama umsorgt werden. Und das beste: Keine Schule! Kein schlechtes Gewissen – letzteres hat sich jedenfalls geändert, denn als Online-Redakteurin bin ich Teil eines Kollektivs. Und wenn ich keinen Samstags-Dienst übernehme, muss jemand anders ran. Mit Schuldgefühlen lässt es sich jedenfalls nicht gut gesunden.

Am Montag wollte ich wieder fit sein. Blöderweise bekam ich am Samstag totale Rückenschmerzen und die wurden weder durch Liegen, noch durch Wärmeflasche oder Bewegung besser. Am Sonntag musste ich sogar Schmerztabletten nehmen, um überhaupt schlafen zu können.

Am Montag war ich trotzdem in der Redaktion – total matschig. Meine Arbeitskollegen gaben ihrerseits „Diagnosen“ ab – Verspannung? Nieren? Beckenbodenenzündung? Hab mir dann von einer Kollegin die Adresse eines Arztes – Palästinenser, das hässlichste Wartezimmer, das ich je gesehen habe – geben lassen. Bei dem war ich dann auch und er beruhigte mich immerhin so weit, dass die Rückenschmerzen nichts mit den Nieren zu tun haben. Hab mir die Überweisung für einen totalen Blut- und Harncheck geben lassen und bin nach Hause.

So weit, so gut – nur dass die Schmerzen schlimmer wurden. Also blieb ich zu Hause. Per Telefondiagnose über meine Mutter hat außerdem die Frau meines Hausarztes in meinem Heimatort einen Harnwegsinfekt bei mir diagnostiziert. Das führte so weit, dass ich in ein Glas pisste, um feszustellen, dass mein Urin trüb war und ich schleuningst zum Arzt sollte – alles mit Telfonseelsorge meiner Mutter.

Bin dann ins Blutlabor (die Herren am Empfang waren echt ganz lieb!) – Blut und Urincheck, dann mit den Ergebnissen zum Arzt und die Diagnose: Es ist kein Harnwegsinfekt. Er beruhigte mich, verschrieb mir Schmerztabletten und gab mir einen Folder mit Übungen für die Wirbelsäule mit.

Morgen gehe ich wieder arbeiten – Frühdienst: Beginn sechs Uhr morgens.

Zuminest die Schmerztabletten wirken bestens.

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