Grey’s Anatomy: Katastrophenalarm als Quotenbringer

Fernsehen ist böse. Schon wieder gibt es eine Doppelfolge von Grey’s Anatomy – der ORF zeigt aber nur eine Episode – und ich brauche wohl all meine Willensstärke, um nicht jetzt schon im Internet zu lesen, wie es ausgeht.

Cliffhanger sind ja beliebt in Serien und seit einigen Jahren – vielleicht seit die Produzenten noch ruchloser geworden sind – ziehen sie sich sogar über das Ende einer Staffel. Da gibt es keinen schönen Abschluss mehr, nein, da wird die Spannung noch mal hochgepusht, damit man auch ja wieder einschaltet. In den USA im Herbst, wenn die neuen Staffeln starten und in Europa je nach Gutdünken und Einkaufslust des jeweiligen Senders. Zum Glück gibt es Internet… Der früheste Staffel-übergreifende Cliffhanger, der mit einfällt, ist übrigens in „Twin Peaks“ zu sehen. Da wird die Hauptfigur Agent Dale Cooper in den letzten Sekunden der ersten Staffel erschossen. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

In Grey’s Anatomy jedenfalls muss das Team an einen Einsatzort außerhalb des Krankenhauses: Eine Fähre und ein anderes Schiff sind im Nebel kollidiert. Verletzte, wohin das Auge blickt. und Meredith gerät in Gefahr.

Was ich an Grey’s Anatomy mag, sind die vielen fast gleichberechtigten Charaktere. Meredith Grey ist zwar die Namensgeberin der Serie und darf zu Beginn und Ende jeder Folge ihre Lebensweisheiten aus dem Off feilhalten, ansonsten steht sie jedoch nicht unbedingt im Mittelpunkt. Was mir sehr recht ist, denn sie ist nicht gerade mein Lieblingscharakter. Dafür ist sie mir zu wenig abgründig und diese ewige Geschichte mit Dr. Shepherd geht mit mehr auf die Nerven als ans Herz. Und es ist auch nicht gerade ein Zeichen von Stärke einer nicht-Fantasy-Serie, die Hauptfigur in eine lebensgefährliche Sitation zu bringen. Eher schon ein billiger Trick, um die Quoten hochzutreiben.

Passt auch zum Ausstrahlungstermin im Dezember – 16. Folge. Zu dieser Zeit wird nämlich entschieden, ob die Serie in Verlängerung geht. Und vor Weihnachten geht es um eine Menge Zuschauer. Extra-Drama zur Mitte oder am Ende des zweiten Drittels lässt sich quer durch die Serienlandschaft beobachten. Beispielweise in der ersten Staffel von Dr. House: Vogler will ihn dazu zwingen, jemanden aus seinem Team zu entlassen.

Für die interessanteste Figur halte ich ja Addison Montgomery-Shepherd – die „Hexe“. Die Motive für ihr Handeln sind am wenigsten durchschaubar. Sie oder Burke sollen eventuell im Zentrum einer geplanten Spin-Off-Serie stehen. Wenn sich Burke-Darsteller Isaiah Washington nicht durch seine angeblich schwulenfeindlichen Äußerungen disqualifiziert hat. Und da ist natürlich auch noch der optische Aufputz und Neo-Emmy-Gewinnerin Kathereine Heigl alias Izzy, die sich für eine eigene Serie anbietet. Ob ihr Charakter – trotz der angedeuteten „schweren“ Jugend samt Traumata und zur Adoption freigegebenem Baby – eine ganze Serie trägt, ist jedoch fraglich. Ich bin jedenfalls schon gespannt, ob Heigl in der restlichen Staffel zeigt, warum sie heuer Preisträgerin wurde (oder bezieht sich das auf die letzte Herz-Schmerz-Ich-Bin-So-Reich-Drama- geladene Staffel?).

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