Wieso Serien immer besser werden

Das Niveau von Fernsehserien ist in den letzten Jahren spürbar gestigen. Jüngster Beweis dafür sind die Emmy-Awards, die die besten US-Serien auszeichnen.

Ein Blick auf die Gästeliste: Sally Field, Oscarpreisträgerin, räumte einen Emmy für „Brothers and Sisters“ ab. Nominiert waren auch Kyra Sedgewick, Alec Baldwin,
William H. Macy (der aus Fargo), Patricia Arquette, Minnie Driver , Mary-Louise Parker, Kiefer Sutherland, James Spader, Gena Rowland, Robert Duvall, Thomas Haden Church, Anna Paquin, Toni Collette und Helen Mirren, die erst heuer als „Queen“ einen Oscar gewann – und noch einige mehr.

Sie alle kennen wir doch aus dem Kino.

Wieso sind nun Serien im Aufwind? Ein Grund ist sicher die amerikanische Politik und die teils noch laschen Studios in Hollywood – wie lange hat es gedauert, bis der erste nicht vor Patriotismus strotzende große Spielfilm nach 9/11 ins Kino kam, der sich damit auseinandersetzte (vorher gedrehte zählen nicht) ? Das Klima ist dank ständiger Terror-Panikmache und dem Partion-Act restriktiv. Die Angst, nicht als Patriot zu gelten, dementspechend groß (McCarthy lässt grüßen). Zwar hat sich die Situation wieder etwas enstpannt, aber immer noch flüchtet sich Hollywood in Filme ohne Tiefgang, Comic-Verfilmungen, Fantasy- und Historienstreifen.

Viel wichtiger aber scheint mir die Rolle der Technik: Die DVD erlaubt das, wovon man mit Video lange träumen musste. Sie ist schnell und einfach zu bedienen (kein langes Vor- und Zurückspulen), erlaubt optisch und akustisch gute Qualität und ist grenzüberschreitend verbreitbar (Stichwort Internet: Amazon etc.). Man kann sich Serien in der Originalsprache ansehen – das macht gerade Wiedersehen in Europa attraktiver. Und das Bild ist natürlich ungleich besser – seit „Akte X“ (denke ich) wird fürs Fernsehen ja verstärkt mit Filmmaterial gearbeitet.

Und natürlich spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle: Eine Serie ist durch Werbung, Product-Placement und im Dalle der Pay-TV Sendern wie HBO (Sopranos etc.) und Showtime (The L Word) durchfinanziert, sobald sie im US-Fernsehen startet. Der DVD-Verkauf lukriert zusätzliches Geld. Bei gut laufenden Produkten ist das nicht wenig – und dafür lohnt es sich, eine qualitätsvolle, gute, mutige Serie zu drehen.

Wenn ich mir die Liste noch mal so ansehen, wird außerdem klar, dass Hollywood aufgrund gängiger Schönheitsideale gerade für Schauspielerinnen jenseits der 30 wenige attraktive Rollen anzubieten mag. Aber dazu ein anderes Mal…

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