Harry Potter und der schnarchende Halbblutprinz

Als eifrige Leserin der Bücher hab ich es ja lange vermieden, die Filme zu sehen. Denn Daniel Radcliffe mag ja süß sein, aber er ist einfach nicht „mein“ Harry … naja, gestern (Sylvester-verkatert) doch den „Halbblutprinz“ ausgeborgt und – mit ein bisschen Abstand seit Buch sieben, das ich zum überwiegenden Teil furchtbar fand – mir damit einen kurzweiligen Abend gemacht. Obwohl: so kurzweilig war der eigentlich nicht, meine Lese-Erfahrung spiegelt sich auch im Film wieder: Lange Zeit tut sich einfach nix und dann am Schluss passiert scheinbar grundlos etwas.

Was mir sowohl im Buch als auch Film fehlte: Die Motivation der Charaktere. Harry lässt sich unglaublich viel Zeit, um eine nicht erklärte Aufgabe von Dumbledore durchzuführen. Die ersten zwei Drittel des Films gibt es eigentlich keine Andeutungen auf die Horcruxe, nur zwei Erinnerungen von Tom Riddle (der ganze Teil mit dem Ring und Riddles Mutter ist ausgeblendet), kurz vorm Finale dann ein bisschen Voldemort, aber auch nicht er selbst, sondern nur seine Helferlein (was tun die im Schloss eigentlich außer Tische abräumen?).

Ein Problem von Rowlings Erzählweise wird hier ganz deutlich: Wir verstecken alle Hinweise auf das „Grande Finale“ so gut, bis niemand mehr das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden kann. Und diese Warterei dauert jetzt noch zwei Filme lang – denn aus Buch sieben werden zwei Filme gemacht (Deathly Hallows I kommt im Spätherbst 2010, Deathly Hallows II erst im Sommer 2011).

Dafür hat sich Regisseur David Yates viel Zeit für die romantischen Verwicklungen gelassen. Auch hier: Gähn! Ron und Hermine sidn für mich sowieso ein unmögliches Paar. Ich finde, das wird (in den Büchern ist es noch offensichtlicher) auch im Film deutlich: Zwischen Harry-Darsteller Radcliffe und Hermine-Darstellerin Emma Watson stimm einfach die Chemie. Bei Watson und Rupert Grint (Ron) muss viel künstlicher Aufwand her, um ein Knistern zu verursachen. Naja, das seh ich vielleicht auch so, weil ich mich als Bücherwurm natürlich mit Hermine identifiziere und ich Harry viel interessanter finde als Ron.

Mal sehen, wie Yates das schafft, diese „Spannung“ über zwei weitere Streifen zu halten. Ich werd sie mir jedenfalls auf DVD ausborgen. Kinokarten ist mir der Harry Potter nämlich nicht mehr wert, seit Warner Bros sich bei Harry Potter nur mehr für solide statt für interessante Regisseure (wie den großartigen Alfonso Cuaron) entscheidet.

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