„Game of Thrones“: Der mysteriöse Mister Snow

Ratet mal, was auf meiner Bücher-Einkaufsliste steht. Genau, die ersten fünf Bände des Fantasy-Epos „A Song of Ice and Fire“ von George R. R. Martin, also alle, die bisher erschienen sind. Sieben sollen es werden und auch wenn ich Band eins noch nicht aufgeschlagen habe, weiß ich, dass die Wartezeit hart wird. Denn noch hat Martin auch für Band sechs keinen Veröffentlichungstermin angegeben. Er damit ist definitiv langsamer als Joanne K. Rowling, die ja fast jedes Jahr einen neuen Harry Potter-Band ablieferte.

Ich bin nämlich bei der bis dato letzten Folge der zweiten Staffel „Game of Thrones“, der HBO-Serie zu den Büchern, angelangt. Im März 2013 kommt Staffel drei. Ich glaube, es macht auch Spaß, sie zu sehen, wenn man die Bücher kennt – und vielleicht kennt man sich mit den ganzen Verwandtschaftsverhältnissen, Kriegen und Hintergründen dann besser aus. Die sind jetzt schon kompliziert und werden zunehmend komplizierter.

Staffel eins fand ich gut, sie hatte mich während des Sehens gefesselt, aber dann nicht länger beschäftigt, wahrscheinlich, weil ich die Figuren zwar interessant fand, aber nicht wirklich mit jemandem sympathisierte. Am ehesten noch mit der kämpferische Arya, der wunderschönen und starken Daenerys Targaryen (hätte gerne definitiv mehr von ihr in Staffel gesehen, die Schauspielerin hab ich sogar schon mal getroffen) und Lord Eddard ‚Ned‘ Stark. Wir wissen, was mit ihm in Staffel eins passierte.

In Staffel zwei ist das anders. Langsam entfalten sich die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen. Das zeigte sich vor allem bei Cersei Lannister: Von der bösen Hexe entwickelt sie sich zur missbrauchten, zynischen Ehefrau, deren Entscheidungen man zwar nicht gutheißt, aber durchaus nachvollziehen kann. Der einzige Handlungsstrang, den ich mühsam finde, ist der von Theon Greyjoy. Ich kann den einfach nicht leiden.

Wie Tyrion Lannister (großartig: Peter Dinklage) habe ich auch einen „tender spot in my heart for cripples, bastards and broken things“ und so hat sich in Staffel zwei eine Figur herauskristallisiert, die mich besonders interessiert: Jon Snow, Mitglied der Night’s Watch, die den eisernen Wall im Norden bewacht und der Bastard von Lord Ned Stark. Oder ist er doch nicht dessen Sohn? Denn – und mitunter will ich die Bücher deswegen lesen – wer die Eltern Snows sind, ist unter Fans umstritten. Wenn Ned Stark sein Vater ist, wer ist die Mutter? Das hat der gute Ned nämlich vor seinem Ableben nicht verraten. Oder ist er der wahre Thronerbe – der illegitime Sohn des verstorbenen Thronerben Rhaegar Targaryen und Neds Schwester Lyanna Stark? Diese These vertritt mitunter dieser Blog:

Angelfire.com: Who Are Jon Snows Parents?

Wie kommt man auf Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen? Kurz zusammengefasst: Targaryen hat Stark, die eigentlich die Braut des späteren Königs Robert Baratheon war, entführt (oder ging sie freiwillig mit?). Das löste einen Krieg aus, „Robert’s Rebellion“, die Robert Baratheon schließlich zum König machte. Ned fand seine Schwester am Ende dieses Krieges im Tower of Joy (sic!), sterbend in einem Zimmer, „in her bed of blood“. Er gab ihr ein Versprechen. Aber wir wissen nicht, welches. Ned selbst sagt von Jon immer nur, er sei „my blood“, nennt ihn aber nicht seinen Sohn. Und Robert, das wird bereits in Folge eins klar, hasst die Targaryens fanatisch. So fanatisch, dass er fast die gesamte Targaryen-Familie auslöschte, selbst Rhaegars ehelichen Sohn im Kleinkindalter. Log Ned also, um das Kind seiner Schwester zu schützen? Ich kann mir das gut vorstellen. Dass Ned in seiner Ehe fremd geht, das scheint doch „out of character“.

Den oben erwähnte Blog stützt diese These mit vielen Zitaten aus den Büchern. Autor Martin selbst hat zugesichert, dass er in den Büchern auflösen werde, wer Jon Snows Eltern sind.

Spannend, spannend, denn schlußendlich geht es in „A Song of Ice and Fire“ ja darum, wer Anspruch auf den Eisernen Thron hat.

Und wenn ich schon warten muss, dann will ich zumindest mitraten 🙂

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3 Gedanken zu “„Game of Thrones“: Der mysteriöse Mister Snow

  1. Ich habe die Bücher vor der Serie gelesen und wie es in solchen Fällen nun mal oft so ist, empfinde ich die filmische Umsetzung als zwar gut, aber nicht so grandios wie die literarische Vorlage. Gerade die ersten Bände (ich hab es deutsch gelesen) sind famos. Danach aber baut Martin mE etwas ab. Zum Einen nimmt er das Tempo raus, das aber wär gar nicht das Problem, er setzt aber ab und zu für mein Empfinden falsche dramaturgische Akzente, beleuchtet Figuren näher, die mich nicht interessieren, während andere leider etwas ausgeblendet werden. Das Ganze könnte aber auch bedeuten: Die Serie könnte hier in den späteren Bänden Boden gut machen.

    Ich persönlich mag bei der Serie im Besonderen die Umsetzung der Daenerys-Geschichte nicht. Die Bebilderung gefällt mir schlicht nicht, wobei ich ergänzen muss: Auch im Buch fand ich diesen Handlungsstrang immer extrem mühsam. „Mein“ Game of Thrones spielt eindeutig bei Tyrion und an „der Mauer.“

  2. missyarvis

    Geht mir genauso. Band eins (allerdings auf Englisch) fand ich toll, Teil zwei kann ich schwer beurteilen, habe ich nämlich nur auszugsweise gelesen (meine favorisierten Handlungsstränge), drei und vier sind meiner Meinung nach zu ausufernd und hätten von einem strengeren Lektor profitiert.

    Bin jetzt am Ende von Teil fünf – und etwas frustriert. Denn die Figuren brauchen einfach ewig, um von Ort A nach Ort B zu kommen. Ich weiß, Mittelater und so. Aber wie oft muss ich lesen, wie schlecht es jemandem auf einem verdammten Schiff geht? Wie Martin so viele offene Fäden in zwei Büchern zu Ende knüpfen will, ist mir ein Rätsel. Ich tippe darauf, dass er „A Song of Ice and Fire“ auch acht oder neun Bücher heranwächst.

    Auch in liebe die Geschichten von Tyrion und der Wall, und natürlich Arya. Dany ist meiner Meinung nach in der Serie sogar besser umgesetzt – ich finde sie in den Büchern weit mühsamer. Und wie gesagt: Es dauert alles so lange! Wann sieht Tyrion beispielsweise endlich die Drachen?

  3. Universell

    Naja ich fände es aber unlogisch wenn Ned von Dorne nach Winterfell zurückreist und dabei den Toten Körper seiner Schwester und einen Neugeborenes mit sich schleppt.. Und alleine ist er bestimmt nicht gereist 😉 außerdem hätte die Leute doch bestimmt interessiert warum Sie gestorben wäre und manche wären auch auf die Idee gekommen.. Also ich fänds irgendwie zu einfach und kann mir jon auch gar nicht darin vorstellen, da er so komplett anders als die anderen targaryen ist..

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