„A Song of Ice and Fire“: Ungekürzte Spannung

Üblicherweise schreibe ich an dieser Stelle über TV-Serien, hier wechsle ich mal ausnahmsweise das Medium: Vergangene Woche habe ich mir die Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ gekauft, weil ich einfach nicht auf die neue „Game of Thrones“-Staffel warten kann, um zu erfahren, wie es weitergeht. Bisher hat Autor George R. R. Martin fünf Bände der Serie veröffentlicht, sieben sollen es werden. Glaubt man dem recht zuversichtlichen Autor, er hatte „A Song of Ice and Fire“ ja einst als Trilogie geplant und das Projekt ist gewachsen, gewachsen, gewachsen …

Nach einer verkürzten Lektüre von Band eins und zwei, „A Game of Thrones“ und „A Clash of Kings“, die ich quergelesen habe (vor allem Kapitel von Figuren, die mich interessieren), bin ich jetzt bei Band drei „A Storm of Swords“.

Bis dato finde ich das Buch mittelprächtig. Ja, es ist echt spannend – Martin weiß einfach ganz genau, wo man einen Cliffhanger setzen muss. Aber ich finde den Roman etwas zu geschwätzig und ausschweifend. „A Game of Thrones“ (das Buch) ist sehr präzise, manchmal gar reduziert geschrieben. Ein Satz, ein Halbsatz reicht oft, um eine Stimmung einzufangen.

Das ist schon bei „A Clash of Kings“ anders und noch mehr bei „A Storm of Swords“ – da gibt es Dialogteile, die zu nichts führen, Handlungsstränge, die für den späteren Handlungsverlauf keine Relevanz haben. Kürzungspotential, wie ich finde. Denn meine Erfahrung als Journalistin ist die, dass Texte von Kürzungen meist profitieren.

Andererseits, das ist mir auch klar, ist diese Üppigkeit mitverantwortlich für den Erfolg: Durch das Dickicht an Figuren und Handlungen ist es unmöglich, einen Handlungsverlauf vorauszusehen – und das macht „A Song of Ice and Fire“ so spannend. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird.

Dass „A Song of Ice and Fire“ so ausladend ist, liegt auch an der Struktur der Reihe: Die Kapitel sind aus der Sicht einzelner Figuren (die teils hunderte Kilometer voneinander entfernt sind) geschrieben, sie wechseln sich ab. Allein, um deren Wissenstand (haben sie schon erfahren, was in XY oder mit Z passiert ist?) zu schildern, braucht man einiges an Platz. Und dann flechtet Martin natürlich auch immer wieder ein, was in den Büchern vorher passiert ist.

Aber selbst ihm war dieses Üppige dann zu viel, wenn man einem Bekannten und seiner Einschätzung trauen kann. Er musste aus dem geplanten vierten Roman zwei Bände machen. Band fünf „A Dance with Dragons“ soll wieder mehr „auf den Punkt“ sein. ähnlich eben wie Band eins. Der Bekannte hat mir außerdem geraten, dass ich Band vier „A Feast for Crows“ auslassen könne, wenn ich wenig Zeit habe. Das dürfte kein Problem sein, schließlich wurde „A Dance with Dragons“ erst im Sommer 2011 publiziert. Bis zu Band sechs wird es noch dauern, Martin hat noch keine Prognose abgegeben.

PS: Ja, ich weiß schon, wie es mit Jon Snow weitergeht, aber nicht im Detail. Ein Artikel über das Schicksal des Lord Snow folgt dann vielleicht nach der Lektüre von Band fünf. Wenn ich noch was zu sagen habe 😉

PPS: Übrigens ist Mance Rayder gefunden: Ciarán Hinds („Rome“, „Tinker Tailor Soldier Spy“ etc.) spielt den King-beyond-the-Wall in der nächsten „Game of Thrones“-Staffel. Ich glaube, er ist eine gute Wahl.

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