„Luther“ (BBC): Ein Abbau in Raten

Wenn ich bei einer Serie unmittelbar vor dem Staffelfinale eine laaange Pause einlege, kann das zweierlei bedeueten: Entweder die Serie ist so gut, dass ich mir das Finale „aufheben“ will (ja, ich hebe mir auch den schokoladigsten Teil des Kuchens als letzten Bissen auf) oder ich habe das Interesse verloren. Letzteres ist leider bei der ersten Staffel der BBC-Serie „Luther“ passiert.

Kurz zum Inhalt: Detective Chief Inspector John Luther (Idris Elba) ist ein genialer Ermittler, weil er mit seinem psychologischen Gespür die Täter durchschaut, hat aber sein Temperament nicht unter Kontrolle und bewegt sich ganz gerne auch mal außerhalb der gesetzlichen Grenzen. Privat passt’s natürlich auch nicht, seine Frau hat sich in einen anderen verliebt, während Luther nach einem besonders schwieriegen Fall in der Psychiatrie gelandet ist. Und alle Welt fragt sich, ob er bei diesem besonders schwieriegen Fall nicht ein wenig zu weit über die Grenze gegangen ist und aktiv versucht hat, den Täter umzubringen.

Das Konzept klingt ja mittelmäßig, ein wenig amerikanisch, wie ich finde, aber nachdem es eine BBC-Produktion ist, habe ich der Serie – obwohl das nicht mein Genre ist – eine Chance gegeben. Ich mach’s kurz: Die erste Staffel hat sechs Folgen und bisher war das eine Berg- und Talfahrt mit Tendenz nach unten. Folge eins war okay und hatte vor allem dank der Psychpathin Alice (Ruth Wilson, exzellent!) gute Momente. Er erwischt sie nicht – und aus der Feindschaft wird so was wie eine schräge Freundschaft zwischen dem Jäger und er Gejagten. Gelobt sei der britische Mut zur Grauzone.

Die Folgen zwei und drei waren recht gut, wobei ich zwei schwächer fand als drei. Die fand ich bisher am Besten (der Psychokiller war sehr gut gespielt von Paul Rhys, die Auflösung war für mich nicht ganz logisch). Folge vier hatte seine guten Momente, brauchte aber recht lange, um sich zu entwickeln. Und dann kam mit Folge fünf der Absturz: Da hat überhaupt nix mehr gestimmt. Der Plot war total aufgesetzt, die Motivation der Figuren völlig konstruiert und unglaubwürdig. Sogar die Dialoge zwischen Alice und Luther passten nicht. Ich würde ja weiterschauen, aber die Vorschau auf das Finale hat mir eher keine Lust darauf gemacht – offenbar geht es mit der Tendenz zum „Das kann ja gar nicht wahr sein, das ist viel zu platt“ weiter.

Der Co weigert sich jedenfalls, in „Luther“ noch mehr Zeit zu investieren. Ich habe ja wo gehört, dass Staffel eins besser sein soll als Staffel zwei. Und so hält sich meine Motivation auch in Grenzen. Mal sehen. Momentan stehen eh die fünfte Staffel „Mad Men“ und Staffel vier von „Downton Abbey“ (entwickelt sich immer mehr zur guilty pleasure) auf dem Programm.

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