One Tree Hill: Alte Liebe rostet (fast) nicht

Vor ein paar Tagen ist mir ein altes Zitat aus einer Fernsehserie wieder eingefallen und ich habe dann ein bisschen Zeit mit dieser Serie verbracht: „One Tree Hill“. Eine klassische guilty pleasure Geschichte, denn wirklich gut war „One Tree Hill“ eigentlich nie, richtig schlecht aber auch nicht. Die ersten fünf Staffeln habe ich jedenfalls verschlungen. Ich glaube, ich bin damals eingestiegen, als in den USA gerade die dritten Staffel lief.

Lucas und Peyton aus "One Tree Hill"
Lucas und Peyton aus „One Tree Hill“

Habe dann erst Staffeln eins bis drei in der Block-„Lektüre“ (drei, vier Folgen am Stück) angesehen und habe sie mir dann – parallel zur US-Erstausstrahlung – gestreamt. Inzwischen sind erstaunlich viele Clips auf YouTube gelandet, genug jedenfalls für ein selektives Re-Viewing, das ich jetzt betreibe.

Warum ich nach Staffel sechs ausgestiegen bin, ist schnell erklärt: Ich habe den Handlungsstrang „Kommen Peyton und Lucas zusammen oder nicht?“ verfolgt. Und der war nach Staffel sechs Geschichte, denn die beiden Schauspieler sind ausgestiegen. Die restlichen Charaktere waren Zugabe, aber Brooke oder Haley sind mir zu wenig, um mir diese Serie anzusehen.

MTV nannte Lucas & Peyton „the overly dramatic couple you could not help but root for“ und verglich das Paar mit Joey und Pacey aus „Dawson’s Creek“. Mit letzteren konnte ich nie wirklich viel anfangen, dafür mochte ich beide Figuren zu wenig. Joey mit ihrem ewigen pseudoschüchternen halbseitigen Lächeln und der völlig uninteressante Pacey  gingen mir vor allem auf die Nerven.

Peyton Sawyer
Peyton Sawyer

Peyton, die künstlerisch-düstere Cheerleaderin, und Lucas, der belesene (und später: schreibende) Basketballer, fand ich beide interessantere und „rundere“ Charaktere. Chad Michael Murrays Lucas war hübsch und smart (außer bei Frauen), aber vor allem mochte ich Hilarie Burtons Peyton. Ihren Musikgeschmack, ihren Stil, ihre Unsicherheit, ihre Freunschaft zu Brooke, ihren Humor. Selbst wenn die schauspielerische Leitung mittelmäßig war und die Dialoge manchmal zwischen Pathos und Banalität schwankten: Ich mochte die Serie einfach. Sie war witzig und empathisch und manchmal traf sie es genau.

Man merkt: Dieses „Wiedersehen“ mit „One Tree Hill“ war von sentimentalen Gefühlen begleitet. Mit Erinnerungen an die  Zeit, in der ich Teenager-Serien, gesehen habe (obwohl ich selbst kein Teenager mehr war). Warum tue ich das jetzt nicht mehr? Nach „O.C. California“ und „One Tree Hill“ habe ich keine Serie in dieser Sparte gefunden, die mich wirklich fesselte.

„Gossip Girl“? Blake Lively ist toll, aber insgesamt ist mit „Gossip Girl“ zu „oberschichtig“ und flach, zu übertrieben dramatisch („30 Rock“ hat das mal gut persifliert).

„Friday Night Lights“? Ja, mag ich, ist aber keine wirkliche Teenie-Serie für mich. Vielmehr Football-Geschichte und Einblick in Amerika (dazu ein anderes Mal mehr).

„Glee“? Hm. „Glee“ ist ein Sonderfall – die singen ja alle! Obwohl ich Chris Colfer als Kurt Hummel großartig finde!

Was brauch eine Teenager-Serie also für mich? Auf jeden Fall interessante Charaktere. Ein bisschen mehr als der durschnittliche American Boy oder die Cheerleaderin, aber auch anders als der 0815-Streber. Wie „O. C., California“: Die schöne und reiche Marissa, immer nahe am Abgrund. Der nerdige Seth Cohen, ein unerwarteter Frauenmagnet. Das gilt auch für Nebenfiguren. Wichtig sind Liebesgeschichten mit Dramatik (Siehe obigen Abschnitt über Peyton und Lucas).  Ich mag es außerdem, wenn mich die Mode einer Serie inspiriert (ja, ich bin ein Mädchen).. Und Musik. Gute Musik ist wichtig.

One Tree Hill Hauptfiguren: Mouth, Skills, Brooke, Lucas, Peyton, Nathan, Haley

Eine Sache ist „One Tree Hill“ jedenfalls hoch anzurechnen: Erfinder Mark Schwahn hat sich als vermutlich erster an den Zeitsprung gewagt und gewonnen. Denn üblicherweise geht Teenie-Serien nach dem High-School-Abschluss die Luft aus. Offenbar interessiert das die Zuseher nicht so besonders, wer sich wo und wie am College durschlägt. Staffel fünf setzte jedenfalls drei Jahre nach Staffel vier ein – und diese ganze lästige College-Sache mit der ganzen geografischen Distanz ist gegessen. Dieser Zeitsprung hat der Serie noch vier Staffeln, insgesamt neun, gebracht. Den Trick haben auch andere TV-Shows probiert, bis jetzt mit weniger Erfolg (zB: „Desperate Housewives“, „Mad Men“ macht ihn im Ansatz).  Aber er verschafft neue Möglichkeiten.

Ach ja, das Zitat. Es geht ungefähr so: „I love you. I’m in love with you.“ Antwort: „Oh“

🙂

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