Actors Collection: Michael Pitt

Eigentlich sollten Benedict Cumberbatch, Tom Hardy und Joseph Gordon-Levitt hier zurest kommen, bin aber seit Freitag fasziniert von einem anderen Schauspieler.

Das ist schon ziemlich lange her, dass ich auf diesen Herrn stieß, der damals ja noch kein Herr war: In „Dawson’s Creek“. Michael Carmen Pitt, geboren am April 10, 1981, in West Orange, New Jersey, spielte den Quarterback Henry Parker, der mit Jen Lindley (Michelle Williams) zusammenkam. Daran kann ich mich noch düster erinnern, auch wenn ich mich damals (warum auch immer) mehr für die Joey/Dawnson-Storyline interessierte. Ich kann mich auch erinnern, dass ich mich wunderte, dass er auf einmal weg war, gerade als sich die Figur etabliert hatte. Aber dazu später.

Nun bin ich – nach mehreren Versuchen, glaubt mir – zumindest ein wenig in „Boardwalk Empire“ reingekippt. Die meiner Meinung nach interessantesten Figuren: Margaret Schroeder (die wunderbare Kelly Macdonald, „Trainspotting“) und natürlich James „Jimmy“ Darmody (Michael Pitt). In der Hinsicht funktioniere ich ziemlich einfach: Gebt mir einen verletzten Helden und ich verliere mein Herz. Naja, ich weiß ja schon, wie es weitergeht, darum halte ich mich kurz: Großartige Figur, diese Backgroundstory mit Princeton, dem Krieg, der ihm etwas sehr nahe stehenden Mutter Gillian (Gretchen Mol), die ihn als 13-Jährige bekam, dem alten brutalen Vater, und seiner zumindest bisexuellen Verlobten Angela (Aleksa Palladino), Mutter seines Sohnes.

[Zwischenbemerkung: Warum mich „Nucky“ Thompson nicht so fesselt, ist einfach erklärt. Diese ambivalente Machtfigur kenne ich inzwischen zur Genüge aus den „Sopranos“ bis „Breaking Bad“.]

Jedenfalls ist die Sohnfigur Jimmy Darmody – cleverer als Christopher aus den „Sopranos“ und härter als Jesse aus „Breaking Bad“ – der Hauptgrund, warum ich mir jetzt auch die zweite Staffel „Boardwalk Empire“ ansehen werde.

Michael Pitt verkörpert diese Rolle perfekt. Irgendwo habe ich gelesen, dass seine Stärke dieses „broken, androgynous man-child,“ sei. Stimme ich mit Vorbehalt zu: diese brutale Seite, die kann er auch sehr gut. Etwa in „Murder by Numbers“ (2002, mit Ryan Gosling!!!) und natürlich in Michael Hanekes (großartig gescheiterter) Neuverfilmung seines Klassikers „Funny Games US“. In beiden Filmem mordet er ohne Grund.Funktioniert sicher auch gut, weil er eben dieses unschuldige, kindliche Gesicht hat.

Ganz ohne diese Brutalität kam er in „Last Days“ (2005) aus, Gus Van Sants Studie zu Sucht und Depression, die kaum verschleiert von Kurt Cobain handelte. Die Kritiker sprachen von einer „Nicht-Performance“. Muss man auch einmal können, dieses völlig Lethargische. Und in Bernardo Bertoluccis Dreiecks-Geschichte „The Dreamers“ (2003) mit Eva Green. Den neuen auf IMDb gelisteten Projekten (Stand: November 2012) zufolge bleibt Pitt dem Gangstergenre bis auf weiteres treu, und er versucht sich als Produzent in dem Film „You Can’t Win“, auch so einer 1920er-Geschichte. 

Warum ich glaube, aus dem wird was: Der Mann sucht sich gute Regisseure aus. Oder sie sich ihn. Er geht ziemlich in seinen Rollen auf, das merkt man auch in den Interviews. Was man dort auch merkt: Es ist sicher nicht einfach, mit ihm zu arbeiten. Michael Pitt ist ein Schauspieler, der sich wie ein Rockstar benimmt. So ist er etwa – unerwartet – aus „Dawson’s Creek“ ausgestiegen, weil ihn die Rolle nicht mehr reizte. Und ja, er spielt in einer Rockband. Drogengerüchte gibt es natürlich auch. Vielleicht lernt er dazu, in letzter Zeit sagt er in Interviews immer nur mehr, wie toll es ist, mit diesem oder jedem Regisseur/Kollegen zu arbeiten. Ganz diplomatisch, wie es sich für einen guten Hollywood-Jungstar gehört. Vielleicht wird er ja tatsächlich erwachsen.

Ach ja: Mit Brad Pitt, dem er irgendwie ähnlich sieht, ist er nicht unmittelbar verwandt. Und ihm wird eine Affäre mit Gordon-Levitt, der als „nächster Ryan Gosling“ gehandelt wird, nachgesagt. Ich glaube, das wird noch mal richtig interessant mit Michael Pitt 🙂

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„Shades of Grey“ als wahrer „Tod des Autors“

Ich gehe mal kurz im Genre fremd und schreibe nicht über Fernsehserien, sondern über ein Buch. Macht aber nix, denn aus dem Buch wird jetzt ohnehin ein Hollywoodfilm und vielleicht entdeckt ein Seder auch die im Trash versteckte Qualität der Vorlage (wie bei „True Blood“). Gestern Abend habe ich – ein wenig spät – mit der Lektüre von „Shades of Grey“ von E. L. James begonnen. Ich denke, ich muss das Buch hier niemandem groß erklären. Junge Studentin trifft jungen, superfeschen, superreichen Mann und zwicshen den beiden entwickelt sich eine Art Abhängigkeitsbeziehung, ein Dominanzspiel zwischen den Polen Sado-Maso-Sex und Weißter-Ritter-Romanze beginnt. Aschenputtel im Latex-Anzug quasi.

Gut geschrieben ist was anderes – trotzdem entwickelt das Buch einen (erotischen) Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Interessanter als den Plot finde ich (zumindest derzeit noch ;)) die Entstehungsgeschichte des Buches: Begonnen hat „Shades of Grey“ als Fanfiction. Die handelnden Protagonisten waren die Helden aus Stephenie Meyers Vampirsaga „Twilight“, das Mädchen Bella und der Vampir Edward Cullen.

Ich habe selbst Erfahrung mit der Lektüre von Fanfiction. In der Wartezeit auf Band sechs der „Harry Potter“-Serie habe ich begonnen, Fanfiction zu lesen. Eigentlich bin ich darauf gestoßen, als ich herausfinden wollte, ob die anderen Leser auch glauben, dass Harry und Hermione ein Paar werden. Das war ja wohl nix, aber angesichts der letzten beiden Potter-Bände, die ich schwächer fand als Band drei, vier und fünf (letzterer ist zwar ein wenig ausufernd, aber trotzdem mein liebster) hatte ich einiges Verngügen mit Potter-Fanfiction, die es in durchaus guter Qualität gibt.

Die Grundregeln bei Fanfiction: Die Protagonisten bleiben dieselben, der Rest ist variablel. Es gibt Harry und Hermione in der klassischen Zauberwelt, im Jane-Austen-Setting, als Normalos im Gegenwartslondon, als Vampire etc. So viele Autoren so viele Spielarten.

Diese Erfahrung mit Fanfiction finde ich jetzt in „Shades of Grey“ ganz deutlich wieder – auf mehreren Ebenen. Erstens bleiben die Figuren etwas schablonenhaft. Das ist oft so, weil sie „eh jeder aus der Vorlage kennt“. Vor allem am Beginn kann man das beobachten. Je weiter die Fanfiction-Geschichte fortschreitet, desto mehr emanzipieren sich die Figuren und durchleben ihre eigene Wandlung – kriegen also ein Eigenleben. Zweitens ähnelt die Struktur jener der Fortsetzungsgeschichten, wie sie früher in Zeitungen erschienen: Fanfiction wird meist kapitelweise hochgeladen, in variablen Rhythmen. Die Autoren sind – wie alle Autoren – natürlich daran interessiert, das ihr Text gelesen wird, und zwar von möglichst vielen. Sie benutzen ganz exzessiv Strategien des Hinauszögerns, Cliffhanger, wie man sie aus Liebesromanen – und aus TV-Serien – kennt.

Was meine ich jetzt mit dem „Tod des Autors“? Keine Sorge, E.L. James lebt und genießt vermutlich ihren neuen Reichtum. Ich meine eine Diagnose, die von den beiden französischen Poststrukturalisten Roland Barthes und Michel Foucault in den 1960er Jahren erstellt wurde: Die beiden wehrten sich dagegen, dass die Literaturwissenschaft Texte „im Sinne des Autors“ interpetierte, von den Texten auf die Biografie des Autors rückschloß oder im Kontext dieser Biografien las. Der Autor war lange die Autorität für die eigenen Werke (Leitfrage: „Wie hat xy das gemeint?“). Barthes und Foucault wollten weg von dieser Sicht und stellten den Text ins Zentrum (Ohnehin: „Der Text ist klüger als der Autor“ sagte einst Heiner Müller). Durch ihre zugegeben radikale Postulierung des „Todes“ des Autors, also diese neue poststukturalistische Sicht, wurde aber nicht nur der Text selbst auf- und das „Genie“ Autor abgewertet, auch der Leser rückte weiter in den Mittelpunkt (Die Leser wurden auch in den Cultural Studies stärker gewichtet: Siehe die Lesarten-Theorie von Stuart Hall).

In „Shades of Grey“ finde ich den „Tod des Autors“ wieder – auf eine weitere Weise: Aus der Geschichte liest man das Werk eines Kollektivs heraus, einer Fanfiction-Tradition, die sich Figuren aus einem Text bedient, der ebenso in einer Erzähltradition (Vampirgeschichten, Schauerromane) steht und die Grunderzählung ist die eines Märchens – Mädchen muss viel leiden, um ihren Helden zu „verdienen“ (Aschenputtel, Cinderella). Ich habe das Gefühl, diese Geschichte schon tausendfach in verschiedensten Varianten gelesen zu haben. Vielleicht nicht mit Sado-Maso, aber mit einem von dunkler Magie korrumpierten Harry Potter oder einer zur Vampirin mutierten Hermione. Im Fanfiction-Universum gibt es sogar Wettbewerbe, bei denen es darum geht, welcher Autor (meist: welche Autorin) eine vorgegeben Handlung am besten, weil glaubwürdigsten umsetzt. Das ist nicht mehr „der Autor, das Genie“, das ist Handwerk, das ist Legospielen mit Narrationsbausteinen.

Ich würde viel darauf wetten, dass ich dutzende Floskeln und Handlungselemente (das Kennenlernen, die Rettung, das Rausschreiben des Konkurrenten im ersten Drittel) in jeder 0815- Fanfiction wiederfinde. Ob da jetzt E.L. James drübersteht, Snowqueens Icedragon oder Lorien829 ist eigentlich völlig egal. Und das finde ich interessant 🙂

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„Luther“ (BBC): Ein Abbau in Raten

Wenn ich bei einer Serie unmittelbar vor dem Staffelfinale eine laaange Pause einlege, kann das zweierlei bedeueten: Entweder die Serie ist so gut, dass ich mir das Finale „aufheben“ will (ja, ich hebe mir auch den schokoladigsten Teil des Kuchens als letzten Bissen auf) oder ich habe das Interesse verloren. Letzteres ist leider bei der ersten Staffel der BBC-Serie „Luther“ passiert.

Kurz zum Inhalt: Detective Chief Inspector John Luther (Idris Elba) ist ein genialer Ermittler, weil er mit seinem psychologischen Gespür die Täter durchschaut, hat aber sein Temperament nicht unter Kontrolle und bewegt sich ganz gerne auch mal außerhalb der gesetzlichen Grenzen. Privat passt’s natürlich auch nicht, seine Frau hat sich in einen anderen verliebt, während Luther nach einem besonders schwieriegen Fall in der Psychiatrie gelandet ist. Und alle Welt fragt sich, ob er bei diesem besonders schwieriegen Fall nicht ein wenig zu weit über die Grenze gegangen ist und aktiv versucht hat, den Täter umzubringen.

Das Konzept klingt ja mittelmäßig, ein wenig amerikanisch, wie ich finde, aber nachdem es eine BBC-Produktion ist, habe ich der Serie – obwohl das nicht mein Genre ist – eine Chance gegeben. Ich mach’s kurz: Die erste Staffel hat sechs Folgen und bisher war das eine Berg- und Talfahrt mit Tendenz nach unten. Folge eins war okay und hatte vor allem dank der Psychpathin Alice (Ruth Wilson, exzellent!) gute Momente. Er erwischt sie nicht – und aus der Feindschaft wird so was wie eine schräge Freundschaft zwischen dem Jäger und er Gejagten. Gelobt sei der britische Mut zur Grauzone.

Die Folgen zwei und drei waren recht gut, wobei ich zwei schwächer fand als drei. Die fand ich bisher am Besten (der Psychokiller war sehr gut gespielt von Paul Rhys, die Auflösung war für mich nicht ganz logisch). Folge vier hatte seine guten Momente, brauchte aber recht lange, um sich zu entwickeln. Und dann kam mit Folge fünf der Absturz: Da hat überhaupt nix mehr gestimmt. Der Plot war total aufgesetzt, die Motivation der Figuren völlig konstruiert und unglaubwürdig. Sogar die Dialoge zwischen Alice und Luther passten nicht. Ich würde ja weiterschauen, aber die Vorschau auf das Finale hat mir eher keine Lust darauf gemacht – offenbar geht es mit der Tendenz zum „Das kann ja gar nicht wahr sein, das ist viel zu platt“ weiter.

Der Co weigert sich jedenfalls, in „Luther“ noch mehr Zeit zu investieren. Ich habe ja wo gehört, dass Staffel eins besser sein soll als Staffel zwei. Und so hält sich meine Motivation auch in Grenzen. Mal sehen. Momentan stehen eh die fünfte Staffel „Mad Men“ und Staffel vier von „Downton Abbey“ (entwickelt sich immer mehr zur guilty pleasure) auf dem Programm.

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„Parade’s End“: Ich tanze, wenn etwas mit Melodie kommt

Eigentlich ist es zu früh für ein Resümee, schließlich habe ich erst die ersten beiden Folgen von „Parade’s End“ gesehen, mehr hat die BBC noch nicht gezeigt. Einen ersten Eindruck der starbesetzten (Benedict Cumberbatch, Rebecca Hall) Verfilmung des gleichnamigen, hierzulande praktisch unbekannten britischen Jahrhundertromans kann ich aber gerne vermitteln.

Im Mittelpunkt des Fünfteilers nach dem gleichnamigen Epos von Ford Madox Ford steht der britische Gentleman Christopher Tietjens und dessen Leben im Spannungsfeld zwischen dem Niedergang der traditionellen britischen Gesellschaft und der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er heiratet die lebhafte wie durchtriebene Gesellschaftsdama Sylvia, weil sie schwanger ist, vielleicht von ihm, vielleicht auch nicht. Später verliebt er sich in die süße junge und sexuell so unschuldige wie politisch aktive Suffragette Valentine Wannop. Er geht nicht fremd ( jedenfalls noch nicht), auch als seine Frau mit einem anderen durchbrennt, weil sie ihn aus der Fassung bringen will. Vielmehr bewahrt „Chrissie“, wie Tietjens genannt wird, Haltung und die typisch britische stiff upper lipp.

Fremdgehen, Zurücknehmen, Verlieben, dem Wahnsinn verfallene Nebencharaktere und Dispute über Macht und Manipulationsfähigkeit von Statistiken – so geht es in den ersten zwei Teilen dahin (Regie: Susanna White). Ziemlich flott, teils sieht man die Figuren durch gebrochenes Glas, teils greift die Erzählung vor, dann wieder zurück und in Erinnerung bleibt eine Dreiecksgeschichte im steifen England am Vorabend des Ersten Welkrieges und die Gewissheit, dass die Hauptfigur erstens über ein enormes enzyklopädisches Gedächtnis verfügt und zweitens ziemlich gut mit Pferden kann.

Üblicherweise leide ich beim Herzschmerz der Figuren mit, bei den ersten beiden Folgen von „Parade’s End“ waren es aber gerade die Szenen abseits der Dreiecksgeschichte, die ich stark fand: Christopher Tietjens, wie er das Kind tröstet, das vielleicht sein Sohn ist. Sylvia Tietjens, wie sie kaltschäuzig ihrem Liebhaber den Laufpass gibt, weil er sie intellektuell unterfordert.

„Would you dance?“ fragt Sylvia ihren entfremdeten Ehemann einmal.

„I would if that were dancing“, antwortet Christopher, der sich in Fantasien über die Vergangenheit flüchtet und dem die Musik zu modern ist. „Will you save me one when there’s a tune?“

Nicht nur mit Melodie kann man tune übersetzen, auch mit Haltung – aber diese Contenance, für die die britische Aristokratie so berühmt ist, auch sie verblasst im Zeitalter des Aufbruchs. Wenn man bei der Musikmetapher bleiben will – auch die Serie fand ich bisher nicht ganz im Takt. Zu hektisch ist sie an vielen Stellen, an anderen will sie Tiefe geben, kann aber nicht ganz überzeugen.

Herausragend fand ich die schauspielerische Leistung von Rebecca Hall, die Sylvia facettenreich (frustriert, verwöhnt, gelangweilt, berechnend und auch eine seltsame Art sogar liebend) gibt. Weniger im Takt fand ich Cumberbatch, von dem ich eigentlich („Sherlock“!, „Tinker Tailor Soldier Spy“!) ein großer Fan bin. Er war mir als Christopher bisher einen Tick zu rührig und zu wenig steif  – das mag ich rückblickend anders betrachten.

Neben Hall als starker weiblicher Figur sieht Adelaide Clemens als Valentine bisher noch etwas blass aus. Wunderbar fand ich Anne-Marie Duff als Ehefrau eines wahnsinnigen Priesters, der von Sex und Sünde besessen ist und gerade damit die Regeln des Anstandes unterläuft, sowie Stephen Graham als Tietjens bester Freund MacMaster (den kenne ich aus „Boardwalk Empire“, wo er Al Capone spielte).

Viele, viele Figuren kommen angeblich noch – die Fülle an Charakteren mit ein Grund, warum man in Großbritannien „Parade’s End“ als „‚Downton Abbey‘ für Erwachsene“ anpreist. Cumberbatch nannte letztere Serie sogar „sentimental, voller Klischees und grauenhaft“ – da er und „Downton Abbey“-Hauptdarsteller Dan Stevens dick befreundet sind, darf man das getrost als Marketing-Gag zum Start von „Parade’s End“ verbuchen. Cumberbatchs Kritik mag auf Staffel zwei zutreffen, in Staffel eins ist „Downton Abbey“ „Parade’s End“ um eines voraus: Die eindrucksvolle Darstellung von gesellschaftlichen Grenzen, vor allem für Frauen. In „Parade’s End“ stehen ein Mann und seine moralischen, religiösen und gesellschaftlichen Grenzen (die er sich teils selbst setzt) im Mittelpunkt.

Zu „Downton Abbey“ gibt es übrigens auch Neues, Staffel drei startet glaube ich am 14. oder 15. September auf ITV in Großbritannien: Nachdem Staffel zwei selbst für meinen Geschmack etwas zu soapy geraten ist, soll man in der dritten Staffel wieder zu dem Erfolgsrezept der Anfänge zurückkehren – Upstairs und Downstairs im engen Korsett der sich ändernden Zeiten. Das schreibt jedenfalls der „Telegraph„.

Zu „Parade’s End“ sei hier noch die (hymnischere) Kritik in der „F.A.Z.“ empfohlen, wo man viel zur literarischen Vorlage erfährt.

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„Sherlock“-Mini-Update: Drei Teaser-Wörter für Staffel drei

Es dauert zwar noch ewig bis die BBC die dritte Staffel von „Sherlock“ zeigen wird (sie drehen ja frühestens Anfang 2013 so weit ich weiß), die Produzenten wissen aber, wie sie die Fans bei der Stange halten: Mit kleinen Häppchen neuer Information zur dritten Staffel. Mark Gatiss, der zusammen mit Steven Moffat das Konzept zu „Sherlock“ entwickelt hat und überdies den Bruder des consulting detective, Mycroft Holmes, spielt, hat vor Kurzem eine überaus interessante neue Info zur dritten Staffel veröffentlicht: Die drei Teaser-Wörter für die neue Staffel. Diese lauten Rat, Wedding und Bow (Ratte, Hochzeit, Bogen/Verbeugung), ließ Moffat via Twitter wissen.

Was könnte das bedeuten?

Aber hier gilt natürlich Spoiler-Alarm

Die Teaser-Wörter zur Staffel zwei lauteten Woman, Hound und Fall – Fans wussten natürlich bald, welche Fälle damit gemeint waren. Denn die Wörter waren eindeutiger als die für Staffel drei. Dem Blog Hypable zufolge könnten Holmes und Watson in der kommenden Season die Fälle „The Boscombe Valley Mystery“ (Das Rätsel von Boscombe Valley), „The Sign of Four“ (Das Zeichen der Vier) und „His Last Bow“ (Seine Abschiedsvorstellung oder Sein letzter Fall) lösen. Aber das ist nur eine von vielen Spekulationen …

>>> Hier der Link zur Quelle: ‘Sherlock’: Deducing ‘Rat, Wedding, Bow’

„Seine Abschiedsvorstellung“ klingt natürlich schwer nach einem Aus für Sherlock – war es aber nicht, jedenfalls nicht bei Conan Doyle. Chronologisch war es sein letzter Fall, aber erstens kann sich der Titel auch auf die Sammlung „His Last Bow“ beziehen, in der sieben Storys gesammelt sind und zweitens haben weder die Produzenten noch die Schauspieler Interesse daran bekundet, die Serie zu beenden.

Die Wartezeit verkürzen kann man sich sicher auch mit der US-Version „Elementary“, die im Herbst startet. Mit Holmes (Jonny Lee Miller) als Drogensüchtigem auf Entzug und einer Frau Doktor Watson (Lucy Liu). Miller ist ein toller Schauspieler, daher hoffe ich, dass das Format auch gut wird, auch wenn ich es ja fast ein bisschen spießig finde, dass man Watson zur Frau machen muss, damit man eine zur US-Prüderie passende sexuelle Spannung reinkriegt. Der Trailer legt jedenfalls nahe, dass es viel um dieses Spannungsverhältnis gehen wird. Klar ist auch, dass Liu einen härteren Watson abgeben als Freeman. Das kann man dann wieder feministisch nennen 😉 Mehr wissen wir am Ende des Monats, „Elementary“ startet am 27. September.

Hier der Trailer:

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Actors Collection: Saoirse Ronan

Diese Idee spukt mir schon länger im Kopf rum, jetzt fange ich einfach einmal an: Ich „sammle“ Schauspieler, die ich toll finde und die für mich Grund genug sind, mir einen Film oder eine Serie anzusehen. Den Anfang mache ich mit:

Saoirse Ronan

Man spricht die junge Dame (geboren 1994 in New York) „Seer-she“ aus, der Name ist irisch. Zum ersten Mal aufgefallen ist sie mir in „Abbitte“ (Atonement), neben Keira Knightley und James McAvoy. Sie spielte die 13-jährige Briony, die Zeugin eines sexuell aufgeladenen Moments (und einer Sexszene) zwischen ihrer Schwester und dem Nachbar wird, diese völlig falsch interpretiert und eine Katastrophe auslöst, die das Leben des jungen Paares zerstört. Beeindruckt hat mich vor allem, dass sie diese Mischung aus Neugier und Furcht, aus Unsicherheit und einem kindlichen, völlig unhinterfragten Selbstbewusstsein, ja sogar einer Art Selbstgerechtigkeit so wunderbar und glaubhaft hingekriegt hat.

Dafür wurde Ronan zu Recht (mit 14!) für einen Oscar nominiert.

Später beeindruckte sie mich in Peter Jacksons Post-„Herr der Ringe“-Film „In meinem Himmel“ (The Lovely Bones). Zu Beginn wird sie darin vergewaltigt und ermordet (das sieht man nicht), fortan wandelt sie als eine Art (Rache-)Geist durch die Welt.

Angeblich hat sie anschließend durchgesetzt, dass „Abbitte“-Regisseur Joe Wright den Action-Thriller „Wer ist Hanna?“ (Hanna) inszenierte, habe ich leider noch nicht gesehen. Die Kritiken waren mittelmäßig. Die Rolle einer jugendlichen Killerin auf der Suche nach einer eigenen Identität dürfte aber wieder eine Herausforderung gewesen sein. Schwierige Rollen scheut Ronan nämlich nicht, im Gegenteil.

Hollywood und die britische Filmindustrie reißen sich folglich um die junge Britin mit den blassblauen Augen – was man an den vielen Projekten mit ihr auf IMDb sehen kann.

Bald könnte sie ein richtiger Teenie-Star werden, denn sie spielt in der Verfilmung von Stephenie Meyers („Twilight“) „Seelen“ oder „The Host“ die Hauptrolle. Der erste Trailer ist wenig aufschlussreich, sieht aber auch eher düster aus. Bin neugierig, ob und wann sie mal in einer romantischen Komödie mitspielt – das könnte ja eine richtige Herausforderung für sie sein 🙂

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„A Song of Ice and Fire“: Ungekürzte Spannung

Üblicherweise schreibe ich an dieser Stelle über TV-Serien, hier wechsle ich mal ausnahmsweise das Medium: Vergangene Woche habe ich mir die Romanreihe „A Song of Ice and Fire“ gekauft, weil ich einfach nicht auf die neue „Game of Thrones“-Staffel warten kann, um zu erfahren, wie es weitergeht. Bisher hat Autor George R. R. Martin fünf Bände der Serie veröffentlicht, sieben sollen es werden. Glaubt man dem recht zuversichtlichen Autor, er hatte „A Song of Ice and Fire“ ja einst als Trilogie geplant und das Projekt ist gewachsen, gewachsen, gewachsen …

Nach einer verkürzten Lektüre von Band eins und zwei, „A Game of Thrones“ und „A Clash of Kings“, die ich quergelesen habe (vor allem Kapitel von Figuren, die mich interessieren), bin ich jetzt bei Band drei „A Storm of Swords“.

Bis dato finde ich das Buch mittelprächtig. Ja, es ist echt spannend – Martin weiß einfach ganz genau, wo man einen Cliffhanger setzen muss. Aber ich finde den Roman etwas zu geschwätzig und ausschweifend. „A Game of Thrones“ (das Buch) ist sehr präzise, manchmal gar reduziert geschrieben. Ein Satz, ein Halbsatz reicht oft, um eine Stimmung einzufangen.

Das ist schon bei „A Clash of Kings“ anders und noch mehr bei „A Storm of Swords“ – da gibt es Dialogteile, die zu nichts führen, Handlungsstränge, die für den späteren Handlungsverlauf keine Relevanz haben. Kürzungspotential, wie ich finde. Denn meine Erfahrung als Journalistin ist die, dass Texte von Kürzungen meist profitieren.

Andererseits, das ist mir auch klar, ist diese Üppigkeit mitverantwortlich für den Erfolg: Durch das Dickicht an Figuren und Handlungen ist es unmöglich, einen Handlungsverlauf vorauszusehen – und das macht „A Song of Ice and Fire“ so spannend. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird.

Dass „A Song of Ice and Fire“ so ausladend ist, liegt auch an der Struktur der Reihe: Die Kapitel sind aus der Sicht einzelner Figuren (die teils hunderte Kilometer voneinander entfernt sind) geschrieben, sie wechseln sich ab. Allein, um deren Wissenstand (haben sie schon erfahren, was in XY oder mit Z passiert ist?) zu schildern, braucht man einiges an Platz. Und dann flechtet Martin natürlich auch immer wieder ein, was in den Büchern vorher passiert ist.

Aber selbst ihm war dieses Üppige dann zu viel, wenn man einem Bekannten und seiner Einschätzung trauen kann. Er musste aus dem geplanten vierten Roman zwei Bände machen. Band fünf „A Dance with Dragons“ soll wieder mehr „auf den Punkt“ sein. ähnlich eben wie Band eins. Der Bekannte hat mir außerdem geraten, dass ich Band vier „A Feast for Crows“ auslassen könne, wenn ich wenig Zeit habe. Das dürfte kein Problem sein, schließlich wurde „A Dance with Dragons“ erst im Sommer 2011 publiziert. Bis zu Band sechs wird es noch dauern, Martin hat noch keine Prognose abgegeben.

PS: Ja, ich weiß schon, wie es mit Jon Snow weitergeht, aber nicht im Detail. Ein Artikel über das Schicksal des Lord Snow folgt dann vielleicht nach der Lektüre von Band fünf. Wenn ich noch was zu sagen habe 😉

PPS: Übrigens ist Mance Rayder gefunden: Ciarán Hinds („Rome“, „Tinker Tailor Soldier Spy“ etc.) spielt den King-beyond-the-Wall in der nächsten „Game of Thrones“-Staffel. Ich glaube, er ist eine gute Wahl.

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„Game of Thrones“: Der mysteriöse Mister Snow

Ratet mal, was auf meiner Bücher-Einkaufsliste steht. Genau, die ersten fünf Bände des Fantasy-Epos „A Song of Ice and Fire“ von George R. R. Martin, also alle, die bisher erschienen sind. Sieben sollen es werden und auch wenn ich Band eins noch nicht aufgeschlagen habe, weiß ich, dass die Wartezeit hart wird. Denn noch hat Martin auch für Band sechs keinen Veröffentlichungstermin angegeben. Er damit ist definitiv langsamer als Joanne K. Rowling, die ja fast jedes Jahr einen neuen Harry Potter-Band ablieferte.

Ich bin nämlich bei der bis dato letzten Folge der zweiten Staffel „Game of Thrones“, der HBO-Serie zu den Büchern, angelangt. Im März 2013 kommt Staffel drei. Ich glaube, es macht auch Spaß, sie zu sehen, wenn man die Bücher kennt – und vielleicht kennt man sich mit den ganzen Verwandtschaftsverhältnissen, Kriegen und Hintergründen dann besser aus. Die sind jetzt schon kompliziert und werden zunehmend komplizierter.

Staffel eins fand ich gut, sie hatte mich während des Sehens gefesselt, aber dann nicht länger beschäftigt, wahrscheinlich, weil ich die Figuren zwar interessant fand, aber nicht wirklich mit jemandem sympathisierte. Am ehesten noch mit der kämpferische Arya, der wunderschönen und starken Daenerys Targaryen (hätte gerne definitiv mehr von ihr in Staffel gesehen, die Schauspielerin hab ich sogar schon mal getroffen) und Lord Eddard ‚Ned‘ Stark. Wir wissen, was mit ihm in Staffel eins passierte.

In Staffel zwei ist das anders. Langsam entfalten sich die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen. Das zeigte sich vor allem bei Cersei Lannister: Von der bösen Hexe entwickelt sie sich zur missbrauchten, zynischen Ehefrau, deren Entscheidungen man zwar nicht gutheißt, aber durchaus nachvollziehen kann. Der einzige Handlungsstrang, den ich mühsam finde, ist der von Theon Greyjoy. Ich kann den einfach nicht leiden.

Wie Tyrion Lannister (großartig: Peter Dinklage) habe ich auch einen „tender spot in my heart for cripples, bastards and broken things“ und so hat sich in Staffel zwei eine Figur herauskristallisiert, die mich besonders interessiert: Jon Snow, Mitglied der Night’s Watch, die den eisernen Wall im Norden bewacht und der Bastard von Lord Ned Stark. Oder ist er doch nicht dessen Sohn? Denn – und mitunter will ich die Bücher deswegen lesen – wer die Eltern Snows sind, ist unter Fans umstritten. Wenn Ned Stark sein Vater ist, wer ist die Mutter? Das hat der gute Ned nämlich vor seinem Ableben nicht verraten. Oder ist er der wahre Thronerbe – der illegitime Sohn des verstorbenen Thronerben Rhaegar Targaryen und Neds Schwester Lyanna Stark? Diese These vertritt mitunter dieser Blog:

Angelfire.com: Who Are Jon Snows Parents?

Wie kommt man auf Lyanna Stark und Rhaegar Targaryen? Kurz zusammengefasst: Targaryen hat Stark, die eigentlich die Braut des späteren Königs Robert Baratheon war, entführt (oder ging sie freiwillig mit?). Das löste einen Krieg aus, „Robert’s Rebellion“, die Robert Baratheon schließlich zum König machte. Ned fand seine Schwester am Ende dieses Krieges im Tower of Joy (sic!), sterbend in einem Zimmer, „in her bed of blood“. Er gab ihr ein Versprechen. Aber wir wissen nicht, welches. Ned selbst sagt von Jon immer nur, er sei „my blood“, nennt ihn aber nicht seinen Sohn. Und Robert, das wird bereits in Folge eins klar, hasst die Targaryens fanatisch. So fanatisch, dass er fast die gesamte Targaryen-Familie auslöschte, selbst Rhaegars ehelichen Sohn im Kleinkindalter. Log Ned also, um das Kind seiner Schwester zu schützen? Ich kann mir das gut vorstellen. Dass Ned in seiner Ehe fremd geht, das scheint doch „out of character“.

Den oben erwähnte Blog stützt diese These mit vielen Zitaten aus den Büchern. Autor Martin selbst hat zugesichert, dass er in den Büchern auflösen werde, wer Jon Snows Eltern sind.

Spannend, spannend, denn schlußendlich geht es in „A Song of Ice and Fire“ ja darum, wer Anspruch auf den Eisernen Thron hat.

Und wenn ich schon warten muss, dann will ich zumindest mitraten 🙂

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Königsdrama „Breaking Bad“

Ich bin ein bisschen spät dran. Vor Kurzem habe ich Staffel vier von „Breaking Bad“ zu Ende gesehen (ab jetzt gilt Spoileralarm, ich will’s nur gesagt haben). Auch wenn Staffel fünf in den USA bereits im vollen Gange ist, lasse ich mir damit wohl Zeit, weil ich es einfach hasse, ein Jahr auf eine Fortsetzung warten zu müssen. Und so schockierend das Ende von Staffel vier auch ist, so ist es doch zumindest kein Cliffhanger.

Walt betrügt also Jesse und würde sogar ein Kind töten, damit er an seiner Seite bleibt.

Nach meiner ersten Reaktion („WTF?“, „Das glaube ich jetzt nicht!“, „Wie kann er?“, „Nun ist Walt also wirklich ein Bösewicht!“) hatte ich eine interessante Assoziation: „Breaking Bad“ erinnert mich an die Shakespearschen Königsdramen, sowie an „Macbeth“ und „Hamlet“.

Gehen wir einen Schritt zurück: Zu Beginn von „Breaking Bad“ dachte ich, die Erzählung gehe in Richtung Bildungsroman: Zwischen Walt und Jesse werde sich eine Art Lehrer-Schüler-Verhältnis aufbauen, Walt wird Jesse vielleicht gar wie ein Vater „erziehen“, zumindest aber werden die beiden voneinander profitieren und einander zu besseren Menschen machen. Weit gefehlt.

Vielmehr geht es „Breaking Bad“ um Macht – um das Erringen und Halten einer möglichst hohen und somit selbstbestimmten Stellung in einem korrupten Machtgefüge (hier sind nicht nur die Syndikate gemeint). Für mich ist Walt ein landloser König: Er ist intelligent und trägt eine Krone (seinen Ruf als „Heisenberg“), aber er hat kein Gefolge. Jesse ist zugleich sein fehlerhafter, gütigerer, schwacher Kronprinz wie auch sein Diener. „Breaking Bad“ ist ein ständiges Auf und Ab dieser Figuren – denn wenn der eine aufsteigt, stürzt der andere ab. Jesse zieht Walt mit seiner Drogensucht nach unten, Walt wiederum wird für Jesse durch seine Paranoia zum (lebensgefährlichen) Hindernis für sein Fortkommen. Und doch scheinen sie andeinander gekettet. Warum? Verbindet die beiden doch ein krankes Vater-Sohn-Verhältnis? Schließlich kümmert sich Walt um den kranken Jesse. Und Jesse wird für Walt zum Mörder. Vor allem aber sind sie zu zweit mächtiger als alleine – und zumindest einer der beiden weiß das. Nur zu zweit, so ahnt man, können diese beiden so gegesätzlichen Charaktere den Anspruch auf den Thron erheben, sprich Drogenbosse werden.

Der Rest ist Ränkespiel und Intrige.

So, ich habe das alles geschrieben, ohne eine Sekunde von Staffel fünf gesehen zu haben. Vielleicht straft sie meine „Thesen“ Lügen. Das werde ich wohl erst in ein paar Wochen wissen 🙂 Vor „Breaking Bad“ wartet nämlich noch eine „alte Hausaufgabe“: „Deadwood“.

Nachtrag: Auf den Plakaten zur Staffel fünf mit Walt steht „All Hail the King“ – zumindest mit dem König liege ich nicht falsch 😉

Nachtrag Nummer zwei: Fand auf einem Blog ein sehr gutes Paper, in dem „Breaking Bad“ mit „Macbeth“ verglichen wird: puentes reading room: Breaking Bad and Macbeth
Stimme nicht bei allen Vergleichen zu, wohl aber der Analyse am Schluss: Machthunger korrumpiert auch „the noblest of men“.

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Sherlock-Update zu Staffel drei

Fanatische Fans der genialen BBC-Serie „Sherlock“ wissen es eh bereits: Staffel drei kommt ers 2013, gedreht wird vermutlich ab Jänner (Januar ;)). Heißt also, dass wir ganz schön lange warten müssen …

Die gute Nachricht: Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch will auf jeden Fall mit der Serie weitermachen, das hat er jedenfalls in einem Interview gesagt. Er ist ja grad der homme du jour in Hollywood – spielt in JJ. Abrams‘ neuem Star Trek-Film den Bösewicht und hat jetzt auch eine Rolle im neuen Film von Steve McQueen („Hunger“, „Shame“) ergattert – in „Twelve Years a Slave“ mimt er einen Sklanvenhalter (die Hauptrolle spielt Chiwetel Ejiofor). War also nicht klar, ob Cumberbatch noch Zeit/Lust für/auf Sherlock hat. Und auch Dr. Watson Martin Freeman ist ein gut gebuchter Mann.

Mark Gatiss hat außerdem verraten, dass die Serie mit eine Adaption von „The Adventure of the Empty House“ – dem logischen Nachfolger von „The Reichenbach Fall“ – zurückkehrt. Darin erklärt Holmes seinem Watson und uns dann auch hoffentlich, wie er seinen Tod vorgetäuscht hat. Freue mich schon 🙂

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